Gefährdung im Straßenverkehr

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Wann gefährden Kraftfahrer den Verkehr?

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist festgelegt, dass Kraftfahrer einander nicht gefährden dürfen.
In der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist festgelegt, dass Kraftfahrer einander nicht gefährden dürfen.
Die wohl wichtigste Verkehrsvorschrift ist in § 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) festgehalten. Dort heißt es:

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Es ist glasklar, dass diese Regel durch Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr gebrochen wird. Aufgrund dieses Fehlverhaltens bringt der Verkehrssünder nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer.

Die Strafen bei einer Verkehrsordnungswidrigkeit richten sich nach der Schwere des Verstoßes. Sie können aus einem Bußgeld, Punkten in Flensburg oder einem Fahrverbot bestehen. Auch der Entzug der Fahrerlaubnis ist möglich.

Gefährden Sie andere Verkehrsteilnehmer und sich selbst durch Ihr Verhalten, dann kommen stets höhere Sanktionen zum Tragen, als wenn der Verstoß ohne eine Gefährdung vonstatten ging. Doch wann wird im Straßenverkehr von einer Gefährdung gesprochen?

Gefährdung: Eine Definition

Wenn von einer Gefährdung gesprochen wird, dann handelt es sich dabei meist um eine potenzielle Schadensquelle, die jedoch nicht zwangsläufig zu einer Verletzung, einer Erkrankung oder dem Tod führen muss. Die Möglichkeit ist jedoch gegeben, die „Gefahr“ besteht sozusagen.

Im Strafrecht sind hohe Strafen für eine Gefährdung des Straßenverkehrs vorgesehen. § 315c des Strafgesetzbuches (StGB) besagt:

„Wer im Straßenverkehr […] Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Zudem ist allein der Versuch einer Gefährdung im Straßenverkehr strafbar. Handeln Sie fahrlässig und gefährden so die Unversehrtheit aller, dann wird eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren fällig.

Wodurch kann eine Gefährdung entstehen?

Alkohol am Steuer stellt eine Gefährdung im Straßenverkehr dar.
Alkohol am Steuer stellt eine Gefährdung im Straßenverkehr dar.
Im Straßenverkehr existieren einige Szenarien, in denen es zu Gefährdungen kommen kann.

Alkoholfahrten fallen beispielsweise in diese Kategorie, da Sie unter dem Einfluss von Alkohol am Steuer nicht mehr in der Lage sind, die Kontrolle über Ihr Fahrzeug zu behalten.

Eine hohe Gefährdung beim Überholen liegt immer dann vor, wenn Sie sich rücksichtslos verhalten, den nachfahrenden Verkehr nicht beachten oder ohne zu blinken plötzlich ausscheren.

Beispiele für weitere Gefährdungen im Straßenverkehr:

  • Fußgängerüberweg nicht beachtet
  • Rückwärtsfahren oder Wenden auf der Autobahn
  • Missachtung der Vorfahrt
  • Geisterfahrer
  • Nach einem Unfall die Unfallstelle nicht abgesichert und für den nachfahrenden Verkehr kenntlich gemacht
  • Missachtung des Rechtsfahrgebotes
  • Geschwindigkeitsüberschreitungen an Bahnübergängen, Kreuzungen oder unübersichtlichen Stellen

Behinderung und Gefährdung: Die Unterschiede

Es ist ein Unterschied, ob Sie eine andere Person nur behindern oder tatsächlich gefährden. Bei ersterem geht es meist darum, dass die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Es existieren zwei verschiedene Formen der Behinderung:

  1. Vermeidbare Behinderung: Sollten Sie verbotenerweise auf dem Gehweg parken und dadurch Fußgänger behindern, liegt eine vermeidbare Behinderung vor. Sie hätten Ihr Kfz schließlich an einer anderen und geeigneteren Stelle abstellen können.
  2. Unvermeidbare Behinderung: Möchten Sie auf einer sehr schmalen Straße nach links abbiegen, dann kann es vorkommen, dass dem übrigen Verkehr nicht genug Platz bleibt, um sich rechts einordnen zu können. In diesem Fall liegt eine unvermeidbare Behinderung vor, da der Zustand nicht mutwillig herbeigeführt wurde, sondern den Umständen zu verdanken ist.

Um Gefährdungen im Straßenverkehr geht es erst, wenn ein Schaden an Personen oder Eigentum mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu vermeiden ist.

Die Gefährdung beim falschen Überholen ist besonders hoch.
Die Gefährdung beim falschen Überholen ist besonders hoch.
Ein Beispiel wäre hier eine Gefährdung beim falschen Überholen.

Wenn Sie trotz Gegenverkehr überholen und es nur knapp schaffen, sich wieder rechts einzuordnen, bevor es zu einem Zusammenprall kommt, dann gefährden Sie erstens sich selbst und zweitens auch alle anderen Verkehrsteilnehmer durch Ihr Verhalten.

Ein Unfall ist in einer solchen Situation kaum zu vermeiden.

Einige Autofahrer sind der Meinung, diese Sichtweise sei ungerecht, denn schließlich ist es zu keinem Unfall gekommen. Aus diesem Grund werden Szenarien wie das obige von Juristen auch als „Beinahe-Unfälle“ bezeichnet. Auch wenn niemand verletzt wurde, lag eine Gefährdung im Straßenverkehr vor, wenn der Unfall lediglich durch das Verhalten eines Dritten verhindert werden konnte.

Gefährdung des Straßenverkehrs: Welche Strafe droht?

Bei jeder Verkehrsordnungswidrigkeit unterliegt die Strafe laut Bußgeldkatalog einem bestimmten Regelsatz. Dieser kann jedoch sehr schnell steigen, sobald andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht wurden. Es wird dementsprechend zwischen Vergehen mit und ohne Gefährdung unterschieden.

Ein Beispiel hierfür wäre das Überfahren einer roten Ampel. War diese nicht länger als eine Sekunde rot, dann handelt es sich um einen einfachen Rotlichtverstoß und Sie müssen mit einem Bußgeld von 90 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Wenn Sie durch diese Aktion jedoch andere Verkehrsteilnehmer gefährden, dann steigt das Bußgeld auf 200 Euro an. Hinzu kommen zwei Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot von einem Monat.

Natürlich werden diese Sanktionen nicht direkt vor Ort wirksam. Das geforderte Bußgeld muss erst gezahlt werden, nachdem Sie den jeweiligen Bußgeldbescheid erhalten haben.

Generell kann davon ausgegangen werden, dass das Bußgeld bei eher niedrigen Beträgen bei einer zusätzlichen Gefährdung um 15 Euro ansteigt. Kommt eine Sachbeschädigung hinzu, können Sie mit einer Erhöhung um 30 Euro rechnen.

Gefährdungen im Verkehr sind eine teure Angelegenheit.
Gefährdungen im Verkehr sind eine teure Angelegenheit.
Der Regelsatz erhöht sich jedoch meist um 25 Euro, wenn höhere Bußgelder im Spiel sind. Bei einem Bußgeld von 175 Euro wären es mit Gefährdung bereits 200 Euro. Kam es außerdem zu einer Sachbeschädigung, so werden 225 Euro fällig. Der Entzug der Fahrerlaubnis wird entweder dann wirksam, wenn Sie durch eine begangene Straftat im Verkehr einer Sperrfrist unterliegen, oder einen schweren Verstoß im Straßenverkehr begangen haben.

Sprengt Ihr Punktekonto in Flensburg beispielsweise die Höchstzahl von acht Punkten, dann müssen Sie sich wohl oder übel von Ihrem Führerschein verabschieden und in der nächsten Zeit auf das Auto verzichten. Nach Ablauf der Sperrfrist können Sie den Führerschein jedoch neu beantragen.

Die Fahrerlaubnis kann Ihnen bei einer Gefährdung im Straßenverkehr jedoch auch vorläufig entzogen werden. Wenn der Verdacht besteht, dass Sie noch mehr Schaden anrichten würden, wenn Sie weiterhin auf der Straße unterwegs wären, haben die zuständigen Behörden das Recht, Ihnen den Führerschein vorläufig zu entziehen.

Es schadet in keinem Fall, vorausschauend und rücksichtsvoll zu fahren. Seit der Reform des Punktesystems im Jahr 2014 wurden einige Strafen angepasst und verschärft. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich an die Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO) und des Strafgesetzbuches (StGB) zu halten, sei es bloß, um den Geldbeutel zu schonen. Nichtsdestotrotz sollte die Sicherheit im Straßenverkehr stets an erster Stelle stehen.

Bildnachweise:
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