Ärztliches Gutachten: Wenn Ihre Fahreignung angezweifelt wird

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Oft führt nur eine ärztliche Untersuchung zum Führerschein

Auf Umwegen zum Führerschein: Eine ärztliche Untersuchung ist bei manchen Erkrankungen nötig.
Auf Umwegen zum Führerschein: Eine ärztliche Untersuchung ist bei manchen Erkrankungen nötig.

Jeder Führerscheinanwärter ist sich dessen bewusst, dass er seine Fahrerlaubnis nur dann erhält, wenn er die nötigen Fahrstunden in der Fahrschule absolviert und sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung besteht.

Was viele jedoch vergessen: Es gehört sehr viel mehr dazu, damit sie den Führerschein erhalten können. Auch bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen müssen erfüllt werden. Und hierzu gehört mehr als nur der allgemein bekannte Sehtest.

Im folgenden Ratgeber erfahren Sie, wann für den Führerschein ein ärztliches Gutachten nötig ist, ob es mit einer MPU verglichen werden kann, wie Betroffene vorgehen müssen und welche Kosten für die Untersuchung anfallen.

In welchen Fällen wird ein ärztliches Gutachten angefordert?

Gemäß § 11 Abs. 1 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) müssen Bewerber um eine Fahrerlaubnis die dafür notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllen. Nähere Angaben zu den gesundheitlichen Voraussetzungen sind den Anlagen 4 und 5 zur FeV zu entnehmen.

Ein ärztliches Gutachten wird nach einem ausführlichen Gespräch erstellt.
Ein ärztliches Gutachten wird nach einem ausführlichen Gespräch erstellt.

In den folgenden Fällen können Zweifel an Ihrer Fahreignung bestehen, was dazu führt, dass die Fahrerlaubnisbehörde ein ärztliches Gutachten anfordert:

  • Hochgradige Schwerhörigkeit
  • Mangelndes Sehvermögen
  • Einnahme von Drogen oder bestimmten Medikamenten
  • Herz- und Gefäßkrankheiten
  • Diabetes mellitus
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Psychische Störungen
  • Bewegungsbehinderungen
  • Alkoholabhängigkeit
  • Nierenerkrankungen
Ein ärztliches Gutachten ist nicht mit einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) gleichzusetzen. Eine MPU wird nach unterschiedlichen Verkehrsverstößen oder Straftaten angeordnet. Dies kann etwa beim Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss der Fall sein.

Fachärztliches Gutachten für den Führerschein – Wie ist vorzugehen?

Bestehen Zweifel an Ihrer Fahreignung, etwa weil Sie beim Antrag für den Führerschein Erkrankungen angegeben haben oder weil Sie eine Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr begangen haben, fordert die zuständige Fahrerlaubnisbehörde ein ärztliches Gutachten an.

Ihnen wird in einem Zuge mitgeteilt, warum Ihre Fahreignung angezweifelt wird und welche Fragestellungen zu klären sind. Des Weiteren wird vorgegeben, über welche Qualifikation der Sie zu untersuchende Arzt verfügen muss. In vielen Fällen muss das Gutachten von einem „Arzt in einer Begutachtungsstelle für Fahreignung“ angefertigt werden.

Im Anschluss machen Sie einen Termin mit dem jeweiligen Arzt. Im Vorfeld müssen Sie in der Regel einige Fragebögen ausfüllen. Nehmen Sie Medikamente ein, sollten Sie diese mitbringen. Nach einem ausführlichen Gespräch erstellt der Mediziner ein ärztliches Gutachten. Dieses müssen Sie anschließend bei der Fahrerlaubnisbehörde vorlegen.

Beachten Sie: Ein ärztliches Gutachten darf nicht vom behandelnden Arzt des Betroffenen erstellt werden.

Ärztliches Gutachten für den Führerschein: Welche Kosten fallen an?

Ein ärztliches Gutachten verursacht Kosten. Wie hoch diese ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Ein ärztliches Gutachten verursacht Kosten. Wie hoch diese ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Viele Betroffene fragen sich, wie hoch die für ein verkehrsmedizinisches Gutachten zu erwartenden Kosten ausfallen. Leider lässt sich hierauf keine pauschale Antwort geben.

Die Kosten für ärztliche Gutachten können je nach Arzt und Wohnort stark variieren. Auch der Grund, der dafür gesorgt hat, dass Betroffene ein fachärztliches Gutachten vorlegen müssen, um den Führerschein zu erhalten, hat Einfluss auf die Kosten.

Benötigen Sie ein ärztliches Attest, um den Führerschein zu erlangen bzw. damit eine Wiederausstellung möglich ist, müssen Sie je nach Einzelfall mit Kosten von etwa 300 bis 1.000 Euro rechnen. Ein ärztliches Gutachten, welches aufgrund von bekanntem Cannabiskonsum gefordert wird, kann beispielsweise etwa 600 Euro kosten.

Bildnachweise:
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