Bußgeldkatalog Beleidigung im Straßenverkehr

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Bußgeldtabelle Beleidigung

BeleidigungBußgeld/Geldstrafe*
Gestiken
Zunge herausstrecken300 Euro
Scheibenwischergeste1.000 Euro
Stinkefinger zeigen4.000 Euro
Verbale Beleidigungen
Leck mich300 Euro
Dumme Kuh300 Euro
Blödes Schwein500 Euro
Wichser1.000 Euro
Trottel1.000 Euro
Arschloch1.000 Euro
Idiot1.500 Euro
Schlampe1.900 Euro
Miststück2.500 Euro
Beamtenbeleidigungen
Vogel zeigen1.000 Euro
Bullenschwein1.000 Euro
Wichser1.000 Euro
Trottel1.500 Euro
Schwein2.000 Euro
Stinkefinger zeigen4.000 Euro

* Die genannten Summen sind keine geregelten Sätze, sondern dienen lediglich als Richtwerte. Sie ergeben sich aus bereits gefällten Gerichtsurteilen und können stark (auch nach Einkommen) variieren.

Aggressionen im Straßenverkehr

Eine Beleidigung im Straßenverkehr kann eine hohe Geldstrafe nach sich ziehen.
Eine Beleidigung im Straßenverkehr kann eine hohe Geldstrafe nach sich ziehen.

Eines der Dinge, die ein Fahrschüler bereits in der Fahrschule lernt, ist, sich niemals emotionsgeladen hinters Steuer eines Fahrzeugs zu setzen.

Selbstredend ist hier von negativen Emotionen die Rede, die den Autofahrer so stark aufwühlen können, dass die Konzentration auf den Straßenverkehr nachlässt.

Viele Autofahrer halten sich jedoch nicht an diese Vorgabe und steigen wütend oder verdrossen in ihr Fahrzeug ein. Da das Verhalten im Straßenverkehr allerdings auf gegenseitiger Rücksichtnahme beruht, ist das keine gute Voraussetzung für eine friedliche Fahrt.

Ist ein vorausfahrendes Auto zu langsam auf der Straße unterwegs, kann schnell eine Nötigung – z. B. durch Drängeln oder Hupen – als Ventil eingesetzt werden. Auch Beleidigungen im Straßenverkehr sind dann nicht selten und können die Stimmung weiter anheizen.

Aber kann ein Bußgeld aufgrund einer Beleidigung verhängt werden oder ist Beleidigung bereits eine Straftat? Welche Sanktionen der Bußgeldkatalog vorsieht und wann eine Anzeige im Straßenverkehr erstattet werden kann, lesen Sie im folgenden Ratgeber.

Was ist eine Beleidigung genau?

Neben dem Drängeln, dem Schneiden von anderen Fahrzeugen oder dem Hupen, das als Nötigung gesehen werden kann, ist auch eine verbale oder gestische Beleidigung im Straßenverkehr eine Straftat.

Laut § 186 des Strafgesetzbuches (StGB) kann diese mir einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe geahndet werden. Ein Geschädigter kann nach solch einer Geste oder einer Aussage Anzeige wegen Beleidigung im Straßenverkehr erstatten. Danach entscheidet in der Regel das Gericht, welches Strafmaß der Beleidigung laut StGB gerecht wird.

Beachten Sie: Um eine entsprechende Entschädigung zu erhalten, müssen Sie eine Beleidigung im Straßenverkehr anzeigen. Eine Strafe wird in der Regel nur auf Antrag verhängt.

Gibt es einen Bußgeldkatalog für Beleidigungen?

Ein Stinkefinger im Straßenverkehr kann schnell bis zu 4.000 Euro kosten.
Ein Stinkefinger im Straßenverkehr kann schnell bis zu 4.000 Euro kosten.

Welche Strafe für eine Beleidigung gezahlt werden muss, ist in keinem Beleidigungskatalog festgelegt.

Vielmehr ist es eine Ermessenssache des Gerichts, welche Beleidigungen nach dem Strafenkatalog in welcher Höhe abgemahnt werden. Einen lediglich für Beleidigung erstellten Bußgeldkatalog gibt es nicht.

Der obenstehenden Tabelle können lediglich Richtwerte entnommen werden, die aufgrund bereits erfolgter Strafanzeigen als Bußgelder festgelegt wurden. Wie viel Geld Sie nach einer Beleidigung, die zur Anzeige gebracht wurde, als Entschädigung erwarten können, variiert allerdings stark.

Einigen bereits gefällten Urteilen zufolge sind Geldbeträge zwischen einigen hundert bis einigen tausend Euro möglich. Das Herausstrecken der Zunge beispielsweise kann eine Strafe von 300 Euro provozieren, während Ausdrücke wie „Blödes Schwein“ oder „Arschloch“ bereits Kosten von 500 bzw. 1.500 Euro verursachen.

Unüberlegte Aktionen sollten deshalb möglichst vermieden werden, um den Geldbeutel zu schonen.

Den Mittelfinger zeigen im Straßenverkehr: Was erwartet den Übeltäter?

Auch eine Geste, z. B. ein Stinkefinger, der im Straßenverkehr gezeigt wird, kann eine Anzeige und eine entsprechende Geldstrafe nach sich ziehen. Das Recken des Mittelfingers zählt dabei zu den schwereren Beleidigungen und kann den Täter bis zu 4.000 Euro kosten.

Beleidigung von Beamten

Neben Nötigung ist auch eine Beleidigung im Straßenverkehr eine Straftat.
Neben Nötigung ist auch eine Beleidigung im Straßenverkehr eine Straftat.

Auch die Beamtenbeleidigung taucht im Straßenverkehr immer wieder auf. Da Polizisten in Form einer Polizeikontrolle in der Regel für die Ahndung von Verkehrsverstößen verantwortlich sind, richten sich die Aggressionen der Autofahrer meist gegen die Beamten selbst.

Allerdings ist hier besondere Vorsicht geboten! Denn anders als bei anderen Verkehrsteilnehmer ist bei einer Beamtenbeleidigung fast zu 100 % davon auszugehen, dass die Beleidigung auch tatsächlich angezeigt wird.

Sollte Ihnen beispielsweise der Ausdruck „Bullenschwein“ über die Lippen gehen, ist ein Bußgeld von etwa 1.000 Euro nicht auszuschließen.

Sollten Sie einer Videoüberwachungskamera den Stinkefinger zeigen, so ist auch das als Beleidigung anzusehen. Da das Gerät jedoch keine Anzeige stellen kann, wird dies meist von demjenigen Beamten erledigt, der sich die Aufnahmen der Kamera anschaut.

Bildnachweise:

fotolia.com/Trueffelpix
istockphoto.com/Notorious91
fotolia.com/Shutter81

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (37 Bewertungen, Durchschnitt: 4,20 von 5)
Loading...
Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Ein Gedanke zu „Bußgeldkatalog Beleidigung im Straßenverkehr“

  1. Die Beleidigung der Blitzerkamera ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.
    Den Stinkefinger mit der Bemerkung : “Ätsch, mich hast du heute nicht erwischt, ich bin vorschriftamäßig gefahren” auf die sich im Radarfahrzeug
    befindlichen Personen zu beziehen, zeugt eindeutig von der Abzockermentalität der Behörden.. Wie sonst ist die Ahndung dieser durch die Freude, nicht geblitzt worden zu sein, enstandene Geeste zu begründen.
    Ich empfinde diese Rechtsprechung in einer von freiheitlich demokratischer Grundordnung geprägten Gesellschaft für unerträglich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.