Der Geschwindigkeitsindex – Wichtiges Merkmal der Reifen

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Bußgeldtabelle Geschwindigkeitsindex

VerstoßBußgeldPunkteWeitere Maßnahmen
Geschwindigkeits-index oder Tragfähigkeitsindex unterschritten, sodass die Betriebserlaubnis erloschen ist 50 EuroSofortige Stilllegung des Fahrzeuges, kostenpflichtige Vorführung bei einem Sachverständigen, Erlöschen des Versicherungs-schutzes
… mit Gefährdung der Verkehrssicherheit90 Euro1 Punkts.o.

Der Geschwindigkeitsindex

Achten Sie bei Ihren Reifen auch auf den Geschwindigkeitsindex.
Achten Sie bei Ihren Reifen auch auf den Geschwindigkeitsindex.

Sie werden oft vernachlässigt, haben jedoch einen wichtigen Einfluss auf die Sicherheit Ihres Fahrzeugs: die Reifen. Meist denken wir nur an sie, wenn wieder einmal der lästige Wechsel von Winter- auf Sommerreifen und umgekehrt ansteht.

Doch beim Thema Reifen haben Sie als Fahrer eines Fahrzeugs noch auf andere Dinge zu achten. Hierzu gehört der sogenannte Geschwindigkeitsindex.

Was genau bedeutet aber bei Reifen der Geschwindigkeitsindex? Wie kann ich ihn feststellen? Muss ich ein Bußgeld befürchten, wenn ich den Geschwindigkeitsindex missachte? Antworten auf diese Fragen und alle Informationen zum Geschwindigkeitsindex haben wir für Sie zusammengefasst.

Was bedeuten die Zeichen, die auf der Flanke des Reifens angebracht sind?

Bei Betrachtung eines Autoreifens fällt auf, dass auf der Seite des Reifens Beschriftungen zu erkennen sind. Anhand eines Beispiels wollen wir die Bedeutung der Bestandteile erklären.
Beispiel: 170/60 R 14 59 S

  • 170: Die Nennbreite des Reifens (in mm)
  • 60: Das Verhältnis von Flankenhöhe zur Laufflächenbreite (in %)
  • R: Die Bauart des Reifens (R steht hierbei für Radialreifen, D für Diagonalreifen)
  • 14: Der Felgendurchmesser (in Zoll)
  • 59: Der Tragfähigkeitsindex (Lastindex)
  • S: Der Geschwindigkeitsindex (Reifenindex)

Wichtiges Merkmal der Reifen: Der Geschwindigkeitsindex

Hat ihr Reifen den Geschwindigkeitsindex T, so ist dieser für eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h ausgelegt.
Hat ihr Reifen den Geschwindigkeitsindex T, so ist dieser für eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h ausgelegt.

Die meisten Fahrer sehen ein, dass die Winterreifenpflicht zu sichereren Verhältnissen auf den Straßen führt, da eine unpassende Bereifung bei speziellen Wetterverhältnissen gefährliche Situationen auslösen kann.

Über den Geschwindigkeits- oder Speedindex von Reifen wissen viele jedoch nur wenig. Dabei trägt auch dieser maßgeblich zur Sicherheit im Straßenverkehr bei.

Werden nämlich falsche Reifen aufgezogen, so werden Reifenschäden riskiert, was gerade bei hohen Geschwindigkeiten zu Unfällen führen kann.

Der Geschwindigkeitsindex – dieser wird häufig auch Speedindex oder Reifenindex genannt – gibt an, mit welcher Maximalgeschwindigkeit der Reifen gefahren werden darf. Er wird mit Buchstaben auf der Flanke des Reifens angegeben, wobei die Buchstaben für die Geschwindigkeitsklassen der Reifen stehen.

Der auf dem Reifen angebrachte Geschwindigkeitsindex kann in folgender Tabelle nachgeschaut werden:

GeschwindigkeitsindexZulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens (in km/h)
A1
5
A210
A315
A420
A525
A630
A735
A840
B50
C60
D65
E70
F80
G90
J100
K110
L120
M130
N140
P150
Q160
R170
S180
T190
U200
H210
VRüber 210
V240
ZRüber 240
W270
Y300
(Y)über 300

Ein Reifen mit dem Speedindex H darf demnach mit einer Geschwindigkeit von bis zu 210 km/h gefahren werden.
Ist auf dem Reifen der Geschwindigkeitsindex R vermerkt, so liegt die Maximalgeschwindigkeit, die Sie mit diesem Reifen fahren dürfen, bei 170 km/h.

Der Lastindex von Reifen – Eine weitere wichtige Größe
Der Geschwindigkeitsindex ist nie alleine zu betrachten. Eine wichtige Größe, die bezüglich der Reifen auch eine Bedeutung hat, ist der Lastindex, auch Tragfähigkeitsindex genannt. Dieser gibt die Tragfähigkeit der Reifen an – also welche Last sie aushalten können. Diese hängt stark vom Geschwindigkeitsindex der Reifen und von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs ab. Das bedeutet, dass manche Reifen ab einer bestimmten Geschwindigkeit nur noch eine bestimmte Last tragen können. Das sollten Sie beim Reifenkauf unbedingt bedenken.

Besonderheiten bei den Geschwindigkeitsklassen

Beim Betrachten des Geschwindigkeitsindex in der obigen Tabelle fällt auf, dass bei den Buchstaben einige Abweichungen bestehen. So ist bei Reifen mit dem Index H die Höchstgeschwindigkeit höher als bei Reifen mit dem Index U, obwohl der Buchstabe H im Alphabet vor dem U steht. Woher kommen diese Auffälligkeiten? Was bedeuten die Buchstaben?

  • Geschwindigkeitsindex S: Ursprünglich kommt die Tabelle mit den Bezeichnungen für die verschiedenen Geschwindigkeitsklassen der Reifen aus England. Der Buchstabe „S“ stand dort für „Speed“. Zur Zeit der Entstehung der Tabelle war eine Geschwindigkeit von 180 km/h äußerst hoch, weshalb S damals den höchsten Wert darstellte.
  • Geschwindigkeitsindex H: Der Buchstabe „H“ steht für High Speed. Alle Klassifizierungen, die auf H folgen, benötigen einen höheren Lastindex, da bei einer hohen Geschwindigkeit nicht mehr die volle Tragfähigkeit des Reifens garantiert werden kann.
  • Geschwindigkeitsindex V: Der Buchstabe „V“ steht hier für Very High Speed (max. 240 km/h).
  • Geschwindigkeitsindex W: Dies ist die zweithöchste Klassifizierung (max. 270 km/h)
  • Geschwindigkeitsindex Y: Momentan ist dies der höchste Reifenindex. Diese Reifen sind für eine Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h ausgelegt. Steht der Buchstabe in Klammern, so kann der Reifen auch dann benutzt werden, wenn die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs bei über 300 km/h liegt.

Mit welchem Reifen darf ich nun fahren?

Beim Geschwindigkeitsindex ist einiges zu beachten.
Beim Geschwindigkeitsindex ist einiges zu beachten.

In der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) ist die Reifengröße für die Vorder- und Hinterachse unter den Punkten 15.1 und 15.2 vermerkt. Jedoch müssen Sie sich nicht strikt an diese Vorgaben halten und können andere Reifen montieren. Hierbei müssen Sie jedoch einige Regeln beachten.

Grundsätzlich gilt, dass der Reifenindex höher sein muss als die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Pkw (auch diese können Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I finden). Möchten Sie also einen Reifen mit dem Geschwindigkeitsindex T aufziehen, so muss die Höchstgeschwindigkeit des Autos geringer sein als 190 km/h.

Neben dieser grundsätzlichen Regel gibt es jedoch noch weitere Richtlinien, die bezüglich der Reifen und dem Speedindex beachtet werden müssen. Je nachdem, ob Ihr Fahrzeug vor oder nach dem 1. Mai 2009 zugelassen wurde, unterscheiden sich diese Richtlinien. Dies müssen Sie beachten, um regelkonform und sicher im Straßenverkehr unterwegs sein zu können.

Ihr Fahrzeug wurde vor dem 1. Mai 2009 zugelassen

Im November 2009 wurde entschieden, dass in Einzelfällen vom Geschwindigkeitsindex bei Reifen abgewichen werden darf. Begründet wurde dieses Urteil damit, dass die Automobilhersteller oft einen sehr viel höheren Reifenindex angeben, obwohl die betreffenden Fahrzeuge die jeweiligen Höchstgeschwindigkeiten meist nicht erreichen. Somit kann auch ein Reifen mit einem kleineren Geschwindigkeitsindex gewählt werden.

Welche Reifen Sie montieren dürfen, wird dann mit Hilfe einer Berechnung festgestellt. Dies ist jedoch nur zu tun, wenn Ihr Auto eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine nationale Einzelbetriebserlaubnis mit Erstzulassung vor dem 1. Mai 2009 besitzt. Außerdem muss die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs bei über 150 km/h liegen.

Trifft dies auf Ihr Fahrzeug zu, so müssen Sie einen Sicherheitsaufschlag zur bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit (bbH) des Fahrzeugs hinzurechnen. Zur Berechnung des Sicherheitsaufschlags wird folgende Formel verwendet:

bbH des Autos x 0,01 + 6,5 km/h

Nehmen wir an, dass der Hersteller Reifen mit dem Geschwindigkeitsindex VR vorschreibt. Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit Ihres Autos beträgt 190km/h.

Geben wir den Wert in unsere Formel ein, so erhalten wir einen Sicherheitsaufschlag von 8,4 km/h. Addieren wir diesen zur Höchstgeschwindigkeit, so erhalten wir einen Wert von 198,4 km/h. In unserem Beispiel könnte also auch ein Reifen mit dem Geschwindigkeitsindex U (bis 200 km/h) aufgezogen werden.

Wie unser Beispiel zeigt, können bei Autos, die vor dem 1. Mai 2009 zugelassen wurden, unter gewissen Voraussetzungen auch Reifen aufgezogen werden, die einen niedrigeren Reifenindex aufweisen, als in der Zulassungsbescheinigung Teil I angegeben ist.

Ihr Fahrzeug wurde nach dem 1. Mai 2009 zugelassen

Wurde Ihr Fahrzeug nach dem 1. Mai 2009 zugelassen, so entfällt diese Berechnung. Es wird somit kein Sicherheitsaufschlag zu der bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit addiert.

In diesem Fall wählen Sie Ihre Reifen bezüglich der Geschwindigkeit aus, die Sie in den Fahrzeugpapieren finden. Ist in den Papieren also eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h angegeben, so können Sie Reifen mit dem Geschwindigkeitsindex Q (bis 160 km/h) oder höher fahren.

Gibt es auch einen Geschwindigkeitsindex für Motorradreifen?

Für den Geschwindigkeitsindex  von Motorradreifen gelten die gleichen Regeln wie bei Autoreifen.
Für den Geschwindigkeitsindex von Motorradreifen gelten die gleichen Regeln wie bei Autoreifen.

Für Motorradreifen gelten die gleichen Regeln bezüglich des Geschwindigkeitsindex wie bei Autoreifen. Selbiges gilt für die Buchstaben. Meist finden sich in den Fahrzeugpapieren des Motorrads Angaben zu den Reifen.

Auch beim Motorrad kann der Geschwindigkeitsindex für Ihren Reifen der obigen Tabelle entnommen werden.

Die Reifenhersteller geben jedoch häufig auch sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigungen (UBB) heraus. Somit können auch andere Reifen am Motorrad montiert werden.

Sonderregelung: Der Geschwindigkeitsindex von Winterreifen

Beachten Sie, dass für Winterreifen beim Geschwindigkeitsindex eine Sonderregelung besteht. Diese findet sich in der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) in § 36 Abs. 1 S. 3. Der Paragraph besagt folgendes:

Bei Verwendung von M+S-Reifen – Winterreifen – gilt die Forderung hinsichtlich der Geschwindigkeit auch als erfüllt, wenn die für M+S-Reifen zulässige Höchstgeschwindigkeit unter der durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs liegt, jedoch

  • die für M+S-Reifen zulässige Höchstgeschwindigkeit im Blickfeld des Fahrzeugführers sinnfällig angegeben ist,
  • die für M+S-Reifen zulässige Höchstgeschwindigkeit im Betrieb nicht überschritten wird.

Anders ausgedrückt: Werden die beiden genannten Forderungen erfüllt, so darf der Geschwindigkeitsindex bei Winterreifen unterschritten werden.

Welche Strafen drohen, wenn ich den Geschwindigkeitsindex missachte?

Für das Missachten des Geschwindigkeitsindex gibt es keine gesonderten Strafen. Werden Sie jedoch mit falschen Reifen erwischt, so fällt dies unter den Tatbestand „Erlöschen der Betriebserlaubnis“.
Es drohen ein Bußgeld in Höhe von 50 bis 90 € sowie ein Punkt in Flensburg.
In schweren Fällen kann Ihr Auto sogar stillgelegt werden. Achten Sie deshalb stets auf eine passende Bereifung Ihres Autos.

Bildnachweise:
istockphoto.com – Evgeny Sergeev
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2 Gedanken zu „Der Geschwindigkeitsindex – Wichtiges Merkmal der Reifen“

  1. Hallo,
    ich habe ein Audi A4 B8 3.0TDI Bj.2013 mit einer max Achslast: VA 1200kg HA 1145kg und max Höchstgeschwindigkeit: 250km/h
    ich möchte mir 8,5×20 zoll Felgen mit 245/30 R20 Reifen fahren.
    Die Reifen haben einen index von 90Y darf ich diese Reifen fahren, und bekomme ich sowas eingetragen?
    MfG Elba83

    1. Hallo Elbasan,

      welche Reifen Sie an Ihrem Auto montieren dürfen, können Sie in Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil 1 bzw. der EG-Übereinstimmungsbescheinigung nachlesen. Fragen Sie gegebenenfalls auch in einer Werkstatt nach, um herauszufinden, ob die Reifen auch tatsächlich eingetragen werden.

      Ihr Team von Bußgeldbescheid-Einspruch.com

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