Umweltzone und Umweltplakette

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Bußgeldtabelle Umweltplakette und Umweltbelastung

BeschreibungBußgeldPunkte
Überflüssige Belästigung durch Abgase und/oder Lärm10 €
Sinnloses Herumfahren innerhalb geschlossener Ortschaften20 €
Beschmutzung der Straße (z. B. mit einer Flüssigkeit) und diese weder markiert noch entfernt, obwohl andere Verkehrsteilnehmer dadurch gefährdet werden könnten10 €
Achtlose Beschmutzung anderer Verkehrsteilnehmer10 €
Zurücklassen eines Gegenstandes auf der Fahrbahn, obwohl andere Verkehrsteilnehmer dadurch gefährdet werden könnten60 €1
Befahren einer Umweltzone ohne notwendige Plakette80 €

Sicher durch die Umweltzonen

Umweltzonen sollen zu Lebensqualität und Schutz der Einwohner beitragen.
Umweltzonen sollen zu Lebensqualität und Schutz der Einwohner beitragen.
Seit 2008 gibt es die ersten Umweltzonen, die dazu beitragen sollen, die Luftbelastung durch Stickoxide und Feinstaub in deutschen Städten zu minimieren. In Gebieten, wo besonders viel Auto gefahren wird, ist die Belastung für die Umwelt natürlich ziemlich hoch. Meist sind diese Gebiete auch dicht besiedelt, was wiederum den Schutz der Einwohner unverzichtbar macht. Wer also die Umweltzonen befahren möchte, braucht eine besondere Feinstaubplakette für sein Fahrzeug. Diese Plakette kann in vier Schadstoffgruppen eingeteilt werden, die sich nach dem Ausstoß der schädlichen Stoffe des jeweiligen Fahrzeugs richten:

  • grüne Umweltplakette
  • gelbe Umweltplakette
  • rote Umweltplakette
  • keine Umweltplakette

Mit der grünen Umweltplakette ist es Ihnen erlaubt, alle Umweltzonen ohne Einschränkung zu befahren. Die gelbe und rote Umweltplakette gelten ausschließlich für Diesel-Fahrzeuge. Als sich das Projekt noch in der Testphase befand, war es noch erlaubt, gewisse Umweltzonen mit einer gelben oder roten Feinstaubplakette zu befahren, seit Anfang 2015 ist es jedoch verboten. Eine Ausnahme sind zurzeit Augsburg und Neu-Ulm, wo die gelbe Plakette noch akzeptiert wird. Teilweise wurde die rote Plakette bereits ab 2010 verboten, sodass es Ihnen als Besitzer nicht mehr erlaubt ist, eine Umweltzone zu befahren.

Welche Umweltplakette bekommt mein Auto?

Es ist relativ einfach festzustellen, welche Umweltplakette Sie für Ihr Fahrzeug benötigen. Die Emissionsschlüsselnummer in Ihren Fahrzeugpapieren kann Aufschluss darüber geben, zu welcher Schadstoffgruppe Ihr Fahrzeug gehört. Relevant ist auch, ob der Partikelfilter nachgerüstet wurde. Bei Benzin-Fahrzeugen hängt die Schadstoffgruppe davon ab, ob sie mit einem Katalysator ausgerüstet sind oder nicht. Ist dies nicht der Fall, bekommt das Auto auch keine Umweltplakette. Bei einem geregelten Katalysator oder einer Erfüllung der Euro Norm 1 wird eine grüne Plakette vergeben und Ihr Fahrzeug befindet sich in der Schadstoffgruppe 4. Je nachdem, ob Sie einen Fahrzeugschein oder eine Zulassungsbescheinigung Teil I sind, finden Sie diese Nummer hier:

  • Fahrzeugschein (bis 30. September 2005): Schlüsselnummer zu 1
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (ab 1. Oktober 2005): Feld 14.1

Um festzustellen, welche Plaketten für Ihr Fahrzeug infrage kommen, müssen Sie die jeweils letzten beiden Stellen der Nummer ablesen. Im Anschluss können Sie diese mit folgender Tabelle abgleichen:

Farbe der UmweltplaketteBenzinerDiesel
Gelb-30 – 31, 36, 37, 42, 44 – 52, 72
Grün01, 02, 14, 16, 18 – 75, 7732, 33, 38, 39, 43, 53, 55 – 59, 60 – 70, 73 - 75

Sollten Ihre Angaben mit keiner der Zahlen in der Tabelle übereinstimmen, können Sie möglicherweise keine Umweltplakette für Ihr Fahrzeug beantragen.

Wo kann ich die entsprechende Umweltplakette kaufen?

Mittlerweile gibt es viele Internetanbieter, die sich auf den Verkauf der Umweltplakette spezialisiert haben. Sie sollten also immer genau darauf achten, ob es sich um eine seriöse Firma handelt. Eine grüne Umweltplakette kostet beispielsweise 5 Euro bei der KFZ-Zulassungsbehörde und 6 Euro, wenn Sie diese online bei der jeweiligen Behörde bestellen. Privatanbieter halten sich oft nicht an gesetzlich geregelte Preise, weshalb es an dieser Stelle keine Seltenheit ist, dass bis zu 15 Euro für den Kauf von Plaketten verlangt werden.

Wenn Sie die Frontscheibe Ihres Autos austauschen müssen, brauchen Sie auch eine neue Plakette. Das Gleiche gilt, sollten Sie Ihr Kennzeichen wechseln.

Fahren ohne Umweltplakette?

Stickoxide und Feinstaub gefährden Umwelt und Gesundheit – Feinstaub ist sogar krebsfördernd. Einwohner von Umweltzonen haben daher einen großen Vorteil, denn Fahrzeuge mit einer grünen Umweltplakette tragen weniger Schadstoffe in die Luft. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt, welche Gefahren Feinstaub mit sich bringt: In Europa sterben jährlich 100.000 Menschen an Feinstaub in der Luft. Bundesweit wurden bereits in über 50 Städten und Regionen Umweltzonen eingeführt.

Trotzdem gibt es immer wieder Autofahrer, die das Verkehrsverbot zur Verringerung schädlicher Abgase ignorieren und einfach trotzdem in die Umweltzone einfahren, obwohl Ihnen vor allem eines fehlt: Die entsprechende Umweltplakette. Die Strafe liegt hier bei einem Bußgeld von 80 Euro. Punkte in Flensburg gibt es keine, da die Verkehrssicherheit durch das Fahren ohne Umweltplakette nicht eingeschränkt wird.

Um diesem Bußgeld zu entgehen, müssten Sie sich entweder einen Neuwagen anschaffen oder Ihr Auto umrüsten lassen, damit es im Nachhinein die grüne Umweltplakette erhält. Hier ist sogar ein staatlicher Zuschuss von bis zu 330 Euro möglich. Übrigens können Sie durch die Umrüstung der Euro-Klasse die Hälfte der Steuern im Jahr sparen.

Umrüstung nicht möglich?

Natürlich kann es auch sein, dass Ihr Fahrzeug nicht umgerüstet werden kann. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie die Umweltzonen von vornherein nicht mehr befahren dürfen. Folgende Faktoren müssten zutreffen, um eine Umweltzone auch ohne grüne Umweltplakette legal befahren zu können:

  • Als Neufahrzeug besaß Ihr Auto zumindest die Grundlagen für eine gelbe Plakette, kann aber nicht nachgerüstet werden. Es muss zudem vor dem 1. Januar 2008 auf den jetzigen Fahrzeugführer bzw. seinen Rechtsvorgänger zugelassen worden sein. In diesem Fall können Sie eine Ausnahmegenehmigung beantragen, die gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe angebracht werden muss. Die Kosten belaufen sich hierbei um 50 bis 75 Euro.
  • Zwei und dreirädrige Kraftfahrzeuge, Arbeitsmaschinen sowie land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen sind von der Umweltzonenregelung nicht betroffen.
  • Arzt- und Krankenwagen mit der Kennzeichnung Artzt Notfalleinsatz sind vom Kauf einer Umweltplakette befreit.
  • Bei Ihrem Fahrzeug handelt es sich um ein mobiles Gerät oder eine mobile Maschine.
  • Oldtimer-Fahrzeuge mit einem H-Kennzeichen oder einer roten 07-Nummer können die Umweltzone trotzdem befahren.
  • Das Gleiche gilt für KFZ, die für außergewöhnlich schwerbehinderte Personen geeignet sind. Die Markenzeichen-Eintragung „aG“, „H“, oder „BI“ muss aber im Schwerbehindertenausweis vorhanden sein.

Umweltplakette für Ausländer

Auch Ausländer müssen die grüne Umweltplakette vorweisen können.
Auch Ausländer müssen die grüne Umweltplakette vorweisen können.
Nicht nur deutsche Autofahrer sind von den noch relativ neuen Regelungen betroffen – auch Ausländer müssen eine Umweltplakette vorweisen können, wenn sie in die jeweiligen Regionen fahren möchten. Laut Gesetzgeber sind die Umweltzone und die damit verbundenen Auflagen für Autofahrer allgemein gültig, was die Umweltplakette für ausländische Autos ebenso verbindlich macht. Beim TÜV und in anderen Werkstätten können Ausländer die Umweltplakette kaufen. Das einzige Problem an diesem Verfahren: An Wochenenden und Feiertagen bleiben diese geschlossen. Wer als Ausländer also einen Ausflug in eine der Umweltzonen Deutschlands machen möchte, sollte sich bereits im Vorfeld um eine Umweltplakette kümmern. Bei Prüforganisationen wie dem TÜV oder der Dekra ist es z. B. möglich, die Feinstaubplakette im Vornhinein per Internet zu bestellen. Wird ein ausländischer Fahrer beim Fahren ohne Umweltplakette erwischt, gelten die gleichen Strafen, wie auch für Einheimische (80 Euro Bußgeld).

Umweltzonen und Umweltplaketten sind umstritten

Die Meinungen zur Einführung von Umweltzonen und Umweltplaketten gehen auseinander. Unter anderem befürchten Kritiker, wie z. B. der ADAC, dass Autofahrer, die sich kein neues Fahrzeug bzw. eine Nachrüstung des Partikelfilters leisten können, dadurch vom Verkehr ausgeschlossen werden könnten. Sie drängen auf andere Maßnahmen, um die Atemluft zu verbessern, wie z. B. mehr Car-Sharing Angebote, attraktivere öffentliche Verkehrsmittel und optimierte Ampelanlagen, um dem stockenden Verkehr entgegenzuwirken.

Andere Kritiker sind der Meinung, dass die Auswirkungen der Umweltzonen auf die Atemluft nicht gerade hoch und positiv sind. Sie meinen, dass die Gesundheit der Einwohner durch andere externe Faktoren wie beispielsweise industrielle Abgase oder Heizungsanlagen wiederum belastet wird.

Es gibt aber auch positives zur Umweltplakette und den Umweltzonen zu berichten: In Berlin wurde z. B. nach Einführung der Umweltzone zweiter Stufe knapp 20 Prozent weniger Stickstoff ausgestoßen. Der Ausstoß von Feinstaub ging ebenfalls um 50 Prozent zurück. Durch Neukäufe schadstoffarmer Autos und Partikelfilternachrüstungen gab es generell weniger schadstoffreiche Autos im Verkehr.

Bildnachweise:
istockphoto.com/3Dchef
fotolia.com/Volker Werner

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