Ein Unfall und seine möglichen Folgen

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Bußgeldtabelle Unfall

TatbestandStrafe
nach einem Unfall nicht unverzüglich angehalten30 Euro
Unfallbeteiligter gesteht seine Beteiligung am Geschehen anderen anwesenden Personen nicht ein30 Euro
Verweigerung der Herausgabe der Personendaten30 Euro
Verweigerung der Herausgabe/des Vorzeigens von Führerschein/Fahrzeugpapieren30 Euro
Verweigerung Angaben zur Haftpflichtversicherung zu machen30 Euro
nach angemessener Wartezeit keinen Zettel mit den Personendaten am beschädigten Fahrzeug hinterlassen30 Euro
Unfallstelle nicht abgesichert
... mit Folgeunfall
30 Euro
35 Euro
geringfügig beschädigtes Fahrzeug nicht beiseite gefahren
... mit Folgeunfall

30 Euro
35 Euro
Unfallflucht (§ 142 StGB)Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahre
unterlassene Hilfeleistung (§ 323c StGB)Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr

Häufige Unfallarten

Im Folgenden finden Sie Ratgeber zu den häufigsten Unfallarten.

Weitere allgemeine Informationen zum Thema “Unfall”

Außerdem finden Sie nachfolgend weitere Informationen rund um das Thema “Unfall”.

Was tun, wenn es zum Unfall kommt?

Ist es trotz Einhaltung der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) dennoch zum Unfall gekommen, gibt es zahlreiche Aspekte, die Autofahrer beachten müssen. Neben der Absicherung der Unfallstelle zählt hierher auch die Hilfeleistung am Ort des Geschehens. Drohen nach Unfällen bei unterlassener Hilfeleistung und Fahrerflucht Bußgeld und Punkte in Flensburg? Die entsprechenden Vorschriften finden sich in Paragraph 34 StVO.

Verhalten als Unfallbeteiligter

Bei einem Unfall gibt es zahlreiche Dinge zu beachten.
Bei einem Unfall gibt es zahlreiche Dinge zu beachten.

Der wichtigste Grundsatz im Falle eines Autounfalls ist: Anhalten und – soweit möglich – helfen! Sind Sie selbst unmittelbar an einem Unfall beteiligt, haben Sie die Pflicht, unverzüglich anzuhalten. Entfernen Sie sich unerlaubt von einem Unfall, an dem Sie selbst beteiligt sind, wird dies nach Rechtsauffassung als Fahrer- bzw. Unfallflucht gewertet. Dies gilt auch bei nur kleineren Blech- und Lackschäden.

Was passiert bei Fahrerflucht?
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort? Als Strafe können bei Unfallflucht laut § 142 Strafgesetzbuch (StGB) hohe Geldtrafen und sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren möglich sein. Bei einer Verurteilung wegen Unfallflucht wird als Strafe zudem die Fahrerlaubnis unter Auflage einer Sperrfrist entzogen.

Sollten Sie zum Beispiel beim Ein- oder Ausparken einen anderen Wagen beschädigen, reicht es daher auch nicht aus, nur einen Zettel mit den Angaben zur Person zu hinterlassen. Auch dies kann im ungünstigsten Falle als Unfallflucht gewertet werden. Sie sind verpflichtet, einen “angemessenen Zeitraum” abzuwarten. Fahrerflucht nach einem Sachschaden ist kann ebenfalls unter Strafe gestellt werden.

Unfallflucht: Auch ein Bagatellschaden kann Ihnen zum Verhängnis werden.

Zeigt sich auch nach längerem Warten noch kein Fahrzeughalter des beschädigten Fahrzeugs, kann die Anbringung eines schriftlichen Hinweises genügen. Problematisch ist hierbei jedoch die Definition des Zeitrahmens. Eine rechtlich verbindliche Eingrenzung für die mindestens zu verstreichende Zeit ist gesetzlich nicht festgelegt und bedarf daher einer Einzelfallbewertung.

Haben Sie die Unfallflucht nicht bemerkt, müssen Sie das plausibel machen können. Ansonsten schützt Unwissenheit vor Strafe nicht. Es kann lediglich strafmildernd wirken. Erhalten Sie eine Anzeige wegen Fahrerflucht sind auch Sie in der Beweispflicht. Gegen den Bescheid können Sie jedoch jederzeit Einspruch einlegen.

Bei einem leichten Unfall: Polizei rufen und Wagen beiseite fahren!
Bei einem leichten Unfall: Polizei rufen und Wagen beiseite fahren!

Bei einem leichten Unfall mit kleineren Blechschäden sind Sie gehalten, Ihr Fahrzeug “unverzüglich zur Seite zu fahren” (§ 34 Absatz 1 Satz 2 StVO). So unterbinden Sie eine zu große Verkehrsbehinderung, die für andere auch zur Gefahr werden könnte. Auf der Fahrbahn und inmitten des Verkehrsflusses stehen zu bleiben, ist also nicht in jedem Falle sinnvoll. Behindern Sie dadurch den Verkehr, kann ein Verwarnungsgeld in Höhe von 30 Euro folgen.

Rufen Sie die Polizei zu Hilfe. Die Beamten nehmen den Verkehrsunfall auf und notieren die Daten der Beteiligten. Auch als Unfallverursacher können Sie sich so absichern, dass der Unfallgegner bei Ihrer Versicherung nicht mehr Schäden in Zahlung gibt.

Ein Unfall mit anschließender Fahrerflucht kann besonders in der Probezeit schnell zum Verlust der Fahrerlaubnis führen.

Sind Sie in einen Unfall verwickelt, müssen Sie die Unfallstelle laut § 34 Absatz 1 StVO absichern. Hierzu benötigen Sie folgende Hilfsmittel, die verpflichtend sind:

  • Warnweste
  • Warndreieck
  • Einschalten des Warnblinklichts

Zudem sind Sie verpflichtet, einen Notfallkoffer in Ihrem Fahrzeug mitzuführen, der Verbands- und Erste-Hilfe-Materialien für die Versorgung von Verletzungen bei Unfällen enthält.

Begehen Sie nach einem Unfall Fahrerflucht, kann die Strafe umso höher ausfallen, wenn Sie der unterlassenen Hilfeleistung für schuldig erklärt werden – etwa bei fahrlässiger Körperverletzung im Straßenverkehr.

Zusätzliche Strafe für Fahrerflucht: Die Versicherung kann Leistungen verweigern. Auch das Schmerzensgeld nach einem Autounfall, den Sie verursachten, kann im Zweifelsfalle verwirkt sein.

Ersthelfer nach einem schweren Unfall

Nehmen Sie unvermittelt ein Unfallgeschen wahr, sind Sie verpflichtet, Hilfe zu leisten. Hierfür müssen Sie sich jedoch selbst nicht in Lebensgefahr begeben. Ist die Hilfeleistung am Unfallort mit einem hohen Risiko für Ihre eigene Gesundheit verbunden, müssen Sie sich dieser Gefahr nicht aussetzen.

Wenn Sie selbst nicht effektiv Erste Hilfe leisten können, müssen Sie dennoch dafür sorgen, dass die zuständigen Hilfskräfte von Feuerwehr und Polizei benachrichtigt werden.

Die Eigensicherung des Helfers hat Priorität. Können Sie einem Verunfallten nicht ohne Eigengefährdung tatkräftig helfen, sind Sie allerdings noch immer verpflichtet, den Notruf zu wählen. Die Notfallhilfe können Sie unter der Nummer 112 erreichen. Haben Sie kein Mobiltelefon bei sich, können Sie eine eventuell vorhandene Notrufsäule nutzen oder andere Verkehrsteilnehmer in Ihrer Nähe um Hilfe bitten.

Die folgenden Schritte sollten Sie befolgen, wenn Sie einen Unfall bemerken und als Ersthelfer eintreten.

1. Fahren Sie langsam an die Unfallstelle heran. Beachten Sie, dass Sie dabei weder sich selbst noch andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

2. Schalten Sie die Warnblinkanlage Ihres Fahrzeuges an, um den nachfolgenden Verkehr auf das Verkehrshindernis durch den Unfall aufmerksam zu machen.

Nach dem Unfall: Warndreieck aufstellen!
Nach dem Unfall: Warndreieck aufstellen!

3. Ziehen Sie die Warnweste an. Steigen Sie auf der der Fahrbahn abgewandten Seite aus Ihrem Fahrzeug. Besonders für Unfälle auf der Autobahn gilt: Sie setzen sich sonst einer enormen Gefahr durch den nachfolgenden Verkehr aus. Bleiben Sie besonders außerorts nie im abgestellten Fahrzeug sitzen. Auch alle anderen Insassen sollten unverzüglich aussteigen.

Es besteht die Gefahr, dass ein unaufmerksamer, nachfolgender Fahrer die Unfallstelle nicht rechtzeitig wahrnimmt und in sie einfährt. Hierdurch sind alle noch verbleibenen Fahrzeuginsassen stark gefährdet.

4. Stellen Sie das Warndreieck auf. Bleiben Sie dabei stets hinter der Leitplanke bzw. am Fahrbahnrand. Hierdurch sichern Sie Unfallstelle ab und vermindern das Risiko von Folgeunfällen. Alle Beteiligten Personen sollten im sicheren Bereich der Strecke bleiben.

Wie weit hinter dem Fahrzeug müssen Sie das Warndreieck aufstellen?

  • auf Autobahnen: 200 Meter
  • außerorts: 100 Meter
  • innerorts: 50 Meter

Fahrlässige Körperverletzung bei einem Verkehrsunfall als Folge der fehlenden Absicherung kann Ihnen zur Last gelegt werden.

Kommt es gar zur Tötung durch unterlassen Absicherung, ist mitunter der Tatbestand “fahrlässige Tötung” relevant:

“Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.” (§ 222 StGB)

5. Wählen Sie den Notruf.

6. Betrachten Sie den Unfall und den Ort des Geschehens. Gibt es Verletzte? Können Sie die geschädigten Personen ungefährdet erreichen? Besonders auf Autobahnen sollten Sie darauf verzichten, die Fahrbahn zu queren. Durch die hohen Fahrtgeschwindigkeiten der anderen Fahrzeuge lassen sich die Entfernungen nur schlecht einschätzen. Es kann schnell zu schweren Personenschäden kommen.

7. Sind die verunfallten Personen erreichbar: Versuchen Sie gegebenenfalls im Fahrzeug eingeklemmten Personen aus dem Auto zu helfen. Ist dies nicht möglich, sprechen Sie die Betroffenen an. Oftmals hilft den Unfallopfern auch schon die Gewissheit, nicht alleine zu sein und baldige Hilfe durch Notarzt und Feuerwehr zu bekommen.

Erste Hilfe: Nach einem Unfall sollten Sie Hilfe leisten.
Erste Hilfe: Nach einem Unfall sollten Sie Hilfe leisten.

8. Wenn möglich: Leisten Sie Erste Hilfe! Jeder Fahrzeugführer während der Fahrschule einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. Der ADAC hat jedoch festgestellt, dass diese Kenntnisse bei den meisten Autofahrern nicht mehr aktuell oder abrufbar sind. Er empfiehlt deshalb die regelmäßige Teilnahme an entsprechenden Auffrischungskursen.

Durch das regelmäßigere Einüben der notwendigen Abläufe bei einem Unfall mit Personenschaden können die Fahrer mehr Sicherheit gewinnen und verlieren so auch zunehmend die Furcht davor, etwas falsch zu machen. Machen Sie vermeintlich Fehler beim Leisten von Erster Hilfe, können Sie dafür nur dann rechtlich belangt werden, wenn Sie fahrlässig gehandelt oder aber bewusst Schaden verursacht haben.

Generell gilt jedoch: Erste Hilfe ist auch trotz möglicher Fehler immer besser als die Hilfsverweigerung nach einem Unfall! Nutzen Sie die Materialien aus dem Erste-Hilfe-Kasten in Ihrem Fahrzeug. Hier finden Sie auch eine Anleitung zur Ersten Hilfe.

Unterlassene Hilfeleistung (§ 323c StGB)
Unterlassen Sie es, Hilfe zu leisten, “obwohl dies erforderlich und […] den Umständen nach zuzumuten [ist], insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten”, müssen Sie mit einer strafrechtlichen Verfolgung wegen unterlassener Hilfeleistung rechnen. Hohe Geldstrafen und eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr kann dann die Folge sein.

9. Sobald die Rettungskräfte beim Unfall eintreffen, übernehmen diese die Versorgung verletzter Personen. Gegebenenfalls werden Sie jedoch noch für eine mögliche Zeugenaussage in Anspruch genommen.

Bildnachweise:
istockphot.com/kadmy
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