Die Fahrerlaubnis – einmal machen, für immer behalten?

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Wie bekomme ich eine Fahrerlaubnis?
Wie bekomme ich eine Fahrerlaubnis?

Die meisten Heranwachsenden streben eine Fahrerlaubnis an. Durch sie erlangen wir, neben mehr Selbstständigkeit, auch ein ganz neues Gefühl von Verantwortung uns und anderen gegenüber. Denn spätestens, wenn wir zum ersten Mal allein hinterm Steuer sitzen, ohne Fahrlehrer oder Eltern, merken wir, dass ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Achtsamkeit erforderlich ist, damit wir uns sicher im Straßenverkehr bewegen können.

Die Sicherheit beim Fahren kommt oft später, dennoch von ganz allein. Einfach durch die Routine beim Fahren. Bis dahin jedoch ist es ein langer Weg. Fahrschule, Finanzen, Probezeit – all das müssen angehende Fahrer bewältigen, um mobil zu werden. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie diesen Weg am besten meistern können.

Alles zum Thema Fahrerlaubnis können Sie hier nachlesen:

Wie bekomme ich eine Fahrerlaubnis?

In Deutschland müssen Sie eine Prüfung ablegen, um eine Fahrerlaubnis zu erhalten. Genauer gesagt, sind sogar zwei Prüfungen zu absolvieren: eine theoretische und eine praktische Prüfung.

Die Fahrschule bereitet Sie auf diese Tests vor. Dort bekommen Sie zum Beispiel Kenntnisse zu Verkehrszeichen, Vorfahrtsregeln und zum umweltbewussten Fahren vermittelt.

Ist eine ausländische Fahrerlaubnis in Deutschland gültig?
Ist eine ausländische Fahrerlaubnis in Deutschland gültig?

Überlegen Sie sich gut, welche Fahrschule am besten zu Ihnen passt. Sie werden die nächsten Monate viel Zeit dort und mit dem jeweiligen Fahrlehrer verbringen. Erfahrungen von Freunden und Bekannten oder Bewertungen im Internet können Sie bei der Auswahl zu Rate ziehen. Natürlich ist auch die Kostenfrage nicht unerheblich. Mehr dazu im Abschnitt Finanzierung.

Eine ausländische Fahrerlaubnis ist in Deutschland oft nur mit entsprechender Übersetzung gültig. Meist dürfen Sie hier die Klassen führen, die in Ihrem Dokument auch aufgelistet sind. Haben Sie Ihre Fahrerlaubnis in der Europäischen Union abgelegt, ist diese im gesamten Raum gültig.

Die Fahrschule

Es gibt eine gewisse Anzahl an Fahrstunden, die Sie absolvieren müssen, damit Sie die Prüfung zur Fahrerlaubnis ablegen können. Das sind:

  • meist zehn Grundfahrstunden (einige Schüler benötigen mehr, andere weniger)
  • zwölf Sonderfahrstunden

In den Grundfahrstunden lernen Sie, wie der Name schon sagt, die Grundregeln des Fahrens. In der Regel beginnen Fahrschüler mit der Fahrerlaubnis der Klasse B (Auto). Das heißt, dass Sie sich in den ersten Stunden mit Ihrem neuen Gefährt vertraut machen und der Fahrlehrer Ihnen die wichtigsten Funktionen erklärt. Dann geht es auf die Straße und Sie arbeiten sich Schritt für Schritt zum sicheren Fahren vor.

Bei den Sonderfahrstunden sollen Sie üben, auch bei Dunkelheit mit gutem Gefühl fahren zu können, richtig auf eine Autobahn ein- und abzufahren und sich zudem auf Landstraßen zurecht zu finden.

Pflicht sind:  fünf Stunden Überlandfahrt, vier Stunden auf der Autobahn und drei bei Nacht bzw. Dunkelheit.

Auch bei der Theorie gibt es Vorgaben: Hier sind es zwölf normale und zwei Zusatzstunden, die Sie besuchen müssen.

Gut zu wissen: Der theoretische Stoff hat sozusagen ein Ablaufdatum. Wenn Sie das Erlernte nicht innerhalb von zwei Jahren in der Theorieprüfung unter Beweis stellen, müssen Sie alle Module noch einmal in der Fahrschule besuchen. Haben Sie die Prüfung bestanden, bleibt Ihnen ein weiteres Jahr, um die Praxis erfolgreich abzulegen.

Schaltwagen oder Automatikgetriebe?

Wann dürfen Sie mit Ihrer Fahrerlaubnis nur Automatikwagen fahren?
Wann dürfen Sie mit Ihrer Fahrerlaubnis nur Automatikwagen fahren?

Es macht einen Unterschied, ob Sie mit einem Kfz lernen, das über eine Automatikschaltung verfügt, oder mit einem Auto, bei dem die Gänge per Schaltgetriebe eingelegt werden. Entscheiden Sie sich für Ersteres, dürfen Sie mit Ihrer Fahrerlaubnis nur Automatikwagen fahren. Daher empfiehlt es sich für die meisten, mit einer Gangschaltung zu lernen. So haben Sie später die Wahl, weil Sie dann beides fahren dürfen.

Der wesentliche Unterschied besteht schlicht darin, dass Fahrzeuge mit automatischer Schaltung von selbst die Gänge wechseln. Sie müssen lediglich einen Schalthebel betätigen, um zu entscheiden, ob Sie vorwärts oder rückwärts fahren wollen oder einparken.

Bei einem standardgemäßen Schaltgetriebe müssen Sie bei jedem Anfahren den Schaltknüppel bewegen, um hochzuschalten, und wenn Sie langsamer werden, müssen Sie herunterschalten.

Vielen Fahranfängern fällt das zu Beginn noch schwer, aber alles kommt mit der Routine. Sie sehen also: Mit einem Automatikwagen benötigen Sie zumeist nur eine Hand zum Fahren (wobei natürlich immer beide Hände am Steuer sein sollten) und bei einem Schaltwagen ist eine Hand oft am Schalthebel.

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie mit einem Schaltwagen lernen und dann doch einmal automatisch fahren. Es ist eine kurze Umstellung, aber auch daran gewöhnen Sie sich.

Am Anfang kann es vorkommen, dass Sie eine Vollbremsung hinlegen (immer schön anschnallen), weil Sie eventuell schon an die Gangschaltung gewöhnt sind, bei der sie im Fußraum drei Pedale haben: Kupplung, Bremse und Gas. Ein Automatikwagen hat nur zwei: Bremse und Gas (hier entfällt ohne das Schalten das Treten der Kupplung). Aus Gewohnheit kann es vorkommen, dass Sie schalten wollen und dann aber nicht, wie sonst, auf die Kupplung treten, sondern eben auf die Bremse. Das passiert, wenn dann, meist nur ein Mal und dann haben Sie das verinnerlicht.

Die Finanzierung der Fahrerlaubnis

Für eine Fahrerlaubnis fallen natürlich Kosten an.
Für eine Fahrerlaubnis fallen natürlich Kosten an. 

Für eine Fahrerlaubnis fallen natürlich Kosten an. Diese richten sich vor allem nach der jeweiligen Fahrschule, aber auch nach der Stadt, in der Sie wohnen.

Unterstützen Ihre Eltern Sie bei den Kosten für die Fahrerlaubnis? Haben Sie sich das Geld bereits zusammengespart? Auf jeden Fall bietet es sich an, die Frage der Finanzierung vorab zu klären. Denn: Nichts ist Ärgerlicher, als wenn Ihnen das Geld ausginge und sie nicht weitermachen könnten.

Die Ausgaben für die Fahrerlaubnis der Klasse B belaufen sich grob gerundet auf 1500 bis 2000 Euro.

Dabei sind die Preise der jeweiligen Ausbildungsstätte für die Grund– und die Sonderfahrstunden ausschlaggebend. Ist der Betrag für die Grundfahrstunden sehr hoch angesetzt, kann das den Geldbeutel strapazieren, wenn Sie einige Fahrstunden mehr in der Ausbildung benötigen. Zumeist entscheidet der erfahrene Fahrlehrer, ob Sie bereits sicher genug beim Fahren sind oder noch mehr Übung brauchen.

Eine normale Fahrstunde wird meist für 45 Minuten angesetzt und kostet etwa 25 bis 35 Euro.

Die Sonderfahrstunden sind etwas teurer: Sie können 30 bis 50 Euro kosten.

Weitere Kostenpunkte sind: der Erste-Hilfe-Kurs, der Sehtest, die Gebühren für die beiden Prüfungen und Kosten für Lehrmaterialien.

Die theoretische Prüfung

Die theoretische Prüfung der Fahrerlaubnis Klasse B erfolgt an einem Computer oder Tablet.
Die theoretische Prüfung der Fahrerlaubnis Klasse B erfolgt an einem Computer oder Tablet. 

Die theoretische Prüfung der Fahrerlaubnis Klasse B erfolgt an einem Computer oder Tablet. Sie beantworten eine Auswahl von 30 Fragen aus dem amtlichen Fragenkatalog. Die meisten der Fragen werden Sie kennen, sofern Sie sich ausreichend vorbereitet haben.

Heute gibt es viele Möglichkeiten, sich auf die Theorieprüfung vorzubereiten. Neben dem klassischen Fahrschulbuch und den Unterrichtseinheiten können Sie die zahlreichen Optionen des Internets, wie Online-Lernprogramme, nutzen. Diese bieten zumeist eine Prüfungssimulation, inklusive der im April 2014 eingeführten Videofragen an.

Bewertet wird die Prüfung nach Fehlerpunkten. Zum Bestehen dürfen Sie maximal zehn Fehlerpunkte haben. Dabei dürfen jedoch nicht zwei Fragen zu Vorfahrtsregeln (je fünf Punkte) falsch beantwortet werden.

Die praktische Prüfung

Nachdem Sie die Theorie bestanden haben, dürfen Sie die praktische Prüfung für die Fahrerlaubnis ablegen. Der Prüfer wird Ihnen zu Beginn oder am Ende der Prüfung einige Fragen zum Fahrzeug stellen. Sie werden dann inner- und außerorts sowie auf der Autobahn fahren. Die Prüfung dauert etwa 45 Minuten. Wie auch bei der Theorie, erfahren Sie im Anschluss sofort, ob Sie bestanden haben.

Die Fahrerlaubnis auf Probe

Haben Sie die Ersterteilung einer Fahrerlaubnis erhalten, dann: Glückwunsch! Sie haben die EU-einheitliche Fahrerlaubnis bestanden und sind nun ein Teilnehmer im Straßenverkehr. In den nächsten zwei Jahren müssen Sie nicht nur beweisen, dass Sie die Inhalte aus der Fahrschule noch im Hinterkopf haben, sondern auch Ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber sich selbst und anderen beim Fahren unter Beweis stellen.

Weil Fahranfänger statistisch gesehen die meisten Unfälle verursachen, kann Ihnen die Fahrerlaubnis schneller entzogen werden. Um Ihre Fahrerlaubnis zu behalten, dürfen Sie in der Probezeit nicht mehr als drei A- oder sechs B-Verstöße sammeln.

BF17 – die Fahrerlaubnis mit 17

Wer darf die Fahrerlaubnis mit 17 machen?
Wer darf die Fahrerlaubnis mit 17 machen?

Heranwachsende, die es gar nicht erwarten können, dürfen die Fahrerlaubnis mit 17 machen. Das heißt, dass sie frühestens im Alter von 16,5 Jahren mit der Ausbildung beginnen dürfen. Die theoretische Prüfung dürfen Sie drei Monate vor dem 17. Geburtstag ablegen, die praktische einen Monat vor Ihrem Ehrentag.

Das Begleitete Fahren (BF 17) verlangt, wie der Name vermuten lässt, nach einer Begleitperson. Diese muss folgende Punkte erfüllen:

  • Sie muss das Mindestalter von 30 Jahren erreicht haben.
  • Sie darf nur einen Punkt in Flensburg haben.
  • Sie muss die Fahrerlaubnis vor mindestens fünf Jahren bekommen haben.

Wo Sie den Antrag auf die Fahrerlaubnis stellen können

Die meisten Fahrschulen übernehmen für Sie den Antrag auf die Erteilung einer Fahrerlaubnis. Falls dem nicht so ist, können Sie bei der Führerscheinbehörde oder beim örtlichen Bürgeramt die Fahrerlaubnis beantragen.

Haben Sie sie einmal erlangt, hat der Führerschein, also das Dokument für die Fahrerlaubnis, eine Gültigkeit von 15 Jahren. Danach muss er neu beantragt werden.

Die Entziehung der Fahrerlaubnis

Wann droht er Entzug der Fahrerlaubnis?
Wann droht der Entzug der Fahrerlaubnis?

Bei Straftaten im Verkehr, insbesondere in der Probezeit, droht der Entzug der Fahrerlaubnis. Dabei verlieren Sie nicht nur Ihren Führerschein, sondern auch die Erlaubnis zum Führen von Kfz.

So eine Straftat ist beispielsweise das Fahren unter Alkoholeinfluss ab 1,1 Promille Blutalkohol. Neben Punkten in Flensburg wird dieser Verstoß gegen das Verkehrsrecht mit einem Fahrverbot bzw. einem Führerscheinentzug, einer Freiheitsstrafe und/oder einem Bußgeld nach geltendem Bußgeldkatalog geahndet.

Fahren Sie ohne Fahrerlaubnis, drohen weitere Punkte sowie Geld– oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.

Um sie zurück zu erlangen, müssen Sie die Fahrerlaubnis neu beantragen, indem Sie einen Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellen.

Den Antrag auf die Neuerteilung der Fahrerlaubnis können Sie bei der zuständigen Führerscheinbehörde einreichen. Frühestens drei Monate vor Ende der Sperrfrist können Sie die Fahrerlaubnis wieder beantragen.

Der Unterschied zwischen dem Führerschein und der Fahrerlaubnis ist, dass das Dokument, das Ihre Fahrerlaubnis beurkundet, der Führerschein ist. Die Fahrerlaubnis ist die Berechtigung, grundsätzlich Kraftfahrzeuge im Straßenverkehr führen zu dürfen.

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