Das Fahrtenbuch

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Ab wann gilt eine Fahrtenbuchauflage?

Ein falsch geführtes Fahrtenbuch zieht ein Bußgeld nach sich.
Ein falsch geführtes Fahrtenbuch zieht ein Bußgeld nach sich.
Meist wird ein Bußgeldbescheid an den Halter eines Fahrzeuges versendet, auch wenn dieser die Ordnungswidrigkeit nicht begangen hat. Dieser kann zwar bestreiten, der Täter zu sein, wird aber in den meisten Fällen nicht damit einverstanden sein, den wahren Verkehrssünder zu verraten.

In diesem Fall kann die jeweils zuständige Behörde die Führung von einem Fahrtenbuch anordnen. Diese Fahrtenbuchauflage bedeutet einige Kosten für den Fahrzeughalter. Ein Bußgeld erwartet Sie nämlich nicht nur bei Missachtung der Auflage, sondern auch, wenn Sie das Fahrtenbuch falsch führen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch führen und erhalten zusätzliche Tipps zur Fahrtenbuchregelung.

Die Fahrtenbuchpflicht

Eine Fahrtenbuchauflage und deren Voraussetzungen sind in der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) beschrieben. In § 31a StVZO heißt es:

„Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann gegenüber einem Fahrzeughalter für ein oder mehrere auf ihn zugelassene oder künftig zuzulassende Fahrzeuge die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen, wenn die Feststellung eines Fahrzeugführers nach einer Zuwiderhandlung gegen Verkehrsvorschriften nicht möglich war. Die Verwaltungsbehörde kann ein oder mehrere Ersatzfahrzeuge bestimmen.“

Dementsprechend ist stets der Fahrzeughalter von einer Fahrtenbuchauflage betroffen. Er ist schließlich derjenige, der sich erinnern muss, an wen er sein Fahrzeug verliehen hat. Aus diesem Grund wird von ihm verlangt, ein Fahrtenbuch zu schreiben. Meist wird angeordnet, dass er dies für mindestens zwei Wochen tut.

Wann muss ich ein Fahrtenbuch führen?

Sie finden die Vorschriften zum Fahrtenbuch in § 31a StVZO.
Sie finden die Vorschriften zum Fahrtenbuch in § 31a StVZO.
In § 31a StVZO wird nicht genau thematisiert, welche Vergehen die Anordnung von einem Fahrtenbuch nach sich ziehen. Folgender Ablauf kann jedoch ein wenig Aufschluss darüber geben, ab wann Sie ein Fahrtenbuch führen müssten:

Nachdem eine Verkehrsordnungswidrigkeit begangen wurde, erhalten Sie als Halter des Kfz normalerweise einen Anhörungsbogen. Es ist ebenfalls möglich, dass Sie stattdessen einen Zeugenfragebogen bekommen. Diese Regelung tritt in Kraft, wenn auf dem Beweisfoto beispielsweise eine weibliche Person zu erkennen, der Halter jedoch männlich ist.

Laut Deutschem Gesetz ist festgelegt, dass der Fahrer, der die Ordnungswidrigkeit begangen hat, auch die jeweilige Strafe erhält. Daher können Sie als Fahrzeughalter nicht belangt werden, wenn Sie den Verstoß nicht begangen haben.

Der eigentliche Fahrer muss in diesem Fall natürlich ermittelt werden, wobei auf die Mithilfe des Halters gebaut wird. Weigert sich dieser jedoch, dann kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu der Auflage, ein Pkw-Fahrtenbuch zu schreiben. Auf diese Weise hoffen die Behörden, dem wahren Täter bei zukünftigen Fahrten auf die Schliche zu kommen.

In der Regel muss die zuständige Behörde innerhalb von drei Monaten einen Bußgeldbescheid versenden. In dieser Zeitspanne werden Beweise gesichtet und Zeugen befragt. Sollte die Behörde nicht genug Beweise finden, dann kommt es zu einer Verjährung. Die Verjährungsfrist wird jedoch durch den Anhörungsbogen unterbrochen und beginnt von vorn, sodass der Behörde erneut drei Monate zur Verfügung stehen und sie so mit den Recherchen weitermachen kann.

Es liegt natürlich nicht im Interesse der Behörde, dass das Bußgeldverfahren eingestellt wird, weil der Betroffene nicht ermittelt werden kann. Um in Zukunft nachvollziehen zu können, wie viele Personen ein Fahrzeug gemeinsam nutzen, kann ein Kfz-Fahrtenbuch angeordnet werden, in dem alle getätigten Fahrten mit dem jeweiligen Kfz vermerkt werden müssen.

Kommt es beispielsweise nur zu einem Verwarngeld aufgrund von falschem Parken oder Halten, dann ist eine Fahrtenbuchauflage nicht rechtens. Dies ist darin begründet, dass der Verstoß im ruhenden Verkehr begangen wurde.

Bei Wiederholungstätern sieht die Sache jedoch etwas anders aus: Werden in einer relativ kurzen Zeit mehrere Verkehrsordnungswidrigkeiten begangen, so können Fahrtenbücher verlangt werden, auch wenn sich die Verstöße im ruhenden Verkehr abgespielt haben.

Eine Gefährdung im Straßenverkehr muss dementsprechend nicht unbedingt vorliegen, um das Führen eines Fahrtenbuches zu rechtfertigen. Jedoch soll ein Fahrtenbuch nicht als Strafe direkt gelten, sondern eher einen verkehrserzieherischen Effekt erzielen.

Wie ist ein Fahrtenbuch zu führen?

Fahrtenbuch: Wie führen?
Fahrtenbuch: Wie führen?
Es werden einige Anforderungen an ein Fahrtenbuch gestellt. Wie der Inhalt von einem Fahrtenbuch aussehen muss, ist ebenfalls in § 31a StVZO geregelt:

Der Fahrzeughalter oder sein Beauftragter hat in dem Fahrtenbuch für ein bestimmtes Fahrzeug und für jede einzelne Fahrt

1. vor deren Beginn
a) Name, Vorname und Anschrift des Fahrzeugführers,
b) amtliches Kennzeichen des Fahrzeugs,
c) Datum und Uhrzeit des Beginns der Fahrt und
2. nach deren Beendigung unverzüglich Datum und Uhrzeit mit Unterschrift einzutragen.

Vorgedruckte Fahrtenbücher finden Sie übrigens auch im Schreibwarenhandel. Das Format ist dabei ganz Ihnen überlassen. Sie können Ihr Fahrtenbuch nach folgendem Muster gestalten:

DatumUhrzeitKennzeichenName, VornameAnschriftUnterschrift
05.11.201512:30 - 14:00 UhrB-MM 92Mustermann, MaxMusterstraße 14
12345 Musterstadt
17.12.20158:15 - 9:30 UhrB-MM 92Musterfrau, MelanieMusterstraße 23
12345 Musterstadt

Konkrete Anforderungen an ein Fahrtenbuch bzw. eine genaue Regelung für das Notieren der Fahrten gibt es nicht. Daher müssen Sie dieses Muster in Ihrem Fahrtenbuch auch nicht übernehmen. Außerdem können Sie auf Angaben zum Kilometerstand, der Abfahrt- und Zielorte sowie andere Informationen verzichten. Die einzige Anforderung an ein Fahrtenbuch sind die oben genannten Angaben.

Wer muss ein Fahrtenbuch führen?

Ein Fahrtenbuch bringt Anforderungen an den Fahrzeughalter mit sich.
Ein Fahrtenbuch bringt Anforderungen an den Fahrzeughalter mit sich.
Das Fahrtenbuch für einen Pkw oder ein Motorrad muss vom Fahrzeughalter selbst geführt werden.

Wenn dieser nicht mit der Fahrtenbuchauflage einverstanden ist und er sein Kfz aus diesem Grund einem anderen Halter überschreiben möchte, dann muss er trotzdem dafür sorgen, dass zukünftige Besitzer das Fahrtenbuch ordnungsgemäß führen.

Fahrtenbuch bei einem Dienstwagen

Handelt es sich um einen Firmenwagen, kann ein Fahrtenbuch trotzdem angeordnet werden. Hier gilt jedoch keine Frist von zwei Wochen, da es sich um ein Kraftfahrzeug handelt, welches gewerblich genutzt wird. Damit die Behörden feststellen können, wer das Fahrzeug letzten Endes genutzt hat, sind sie auf die Hilfe und Mitarbeit der Betriebsleitung angewiesen.

Sollte diese sich weigern, den Namen des betreffenden Fahrers herauszurücken, so kann die Behörde erwirken, dass die Fahrtenbuchauflage auf alle Firmenwagen des Unternehmens ausgeweitet wird.

Verstoß gegen die Fahrtenbuchauflage

Das Fahrtenbuch kann laut StVZO in unregelmäßigen Abständen von der Behörde eingesehen werden. Dementsprechend ist es möglich, dass der Fahrzeughalter noch kein einziges Wort eingetragen oder schlimmer – das Fahrtenbuch verloren hat.

Wenn Sie sich in einer solchen Situation befinden und das Fahrtenbuch kurzerhand nachschreiben möchten, dann sollten Sie sich dies am besten zweimal überlegen. Normalerweise überprüft die Behörde, ob Fahrten nachgetragen wurden und wenn Sie erwischt werden, kommen erneut eine Strafe sowie Kosten auf Sie zu.

Diese Strafe besteht jedoch nicht darin, dass eine erneute Fahrtenbuchauflage angeordnet wird. Laut Bußgeldkatalog kann es bei Vergehen in puncto Fahrtenbuch zu einem Bußgeld von 100 Euro kommen. Haben Sie beispielsweise

  • das Fahrtenbuch nicht ordnungsgemäß bzw. gar nicht geführt
  • das Fahrtenbuch nicht lange genug aufbewahrt (maximal sechs Monate nach Ablauf der Frist)
  • das Fahrtenbuch nicht an die dafür zuständige Person weitergeleitet,

dann sind 100 Euro die Konsequenz. Hinzu kommt möglicherweise eine Verlängerung der Fahrtenbuchauflage. Inwiefern diese verlängert wird, liegt im Ermessen der Behörde.

Bildnachweise:
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fotolia.com/bramgino
istockphoto.com/KeithSpaulding

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