Fahrverbot: Wann wird es verhängt?

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Wenn Autofahrer ihren Führerschein abgeben müssen

Ab einer bestimmten Anzahl Punkte droht ein Fahrverbot.
Ab einer bestimmten Anzahl Punkte droht ein Fahrverbot.

Ein Fahrverbot trifft viele Autofahrer hart. Für einige Monate den Führerschein abgeben zu müssen, kann sich nicht nur auf die private Lebenssituation, sondern auch auf die Ausübung des Berufs auswirken.

Während es vielleicht einigen Personen guttun mag, öfter mal auf das Fahrrad umsteigen zu müssen, kann das Fahrverbot für andere zur Tortur werden.

Was, wenn diese beruflich auf ihren Führerschein angewiesen sind und nun der Verlust des Arbeitsplatzes droht? Wann wird ein Fahrverbot eigentlich verhängt und ist es möglich, ein Fahrverbot zu umgehen? Lesen Sie in unserem Ratgeber mehr zum Thema.


Alles zum Thema Fahrverbot können Sie hier nachlesen:

Wie es zum Fahrverbot kommt

Es gibt viele unterschiedliche Situationen, in denen Fahrverbote gegen Autofahrer verhängt werden. Größtenteils findet ein Fahrverbot dann Anwendung, wenn ein Fahrer eine Ordnungswidrigkeit begangen hat, bei der die Verkehrssicherheit gefährdet wurde.

Ein Fahrverbot nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung ist also nicht selten, ebenso droht ein Fahrverbot bei Alkohol am Steuer, wenn der Autofahrer betrunken oder unter Einfluss von Drogen das Auto führte. Grundsätzlich kann als Faustregel gesagt werden, dass bei einer Ordnungswidrigkeit, für die ein Bußgeld sowie zwei Punkte in Flensburg folgen, ein Fahrverbot verhängt wird. Die Frage: „Ab wie vielen Punkten droht ein Fahrverbot“ kann so beantwortet werden.

Ein Fahrverbot aufgrund erhöhter Geschwindigkeit innerorts wird deshalb beispielsweise angeordnet, wenn Sie mehr als 30 km/h zu schnell unterwegs sind. Dann erhalten Sie neben einem Bußgeld in Höhe von 160 Euro noch zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot.

Wie lange dauert ein Fahrverbot?

Ein Fahrverbot nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung ist nicht selten.
Ein Fahrverbot nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung ist nicht selten.

Da nun geklärt ist, in welchen Fällen Sie ein Fahrverbot erhalten können, steht die nächste Frage im Raum: Für wie lange müssen Sie Ihren Führerschein eigentlich bei der Behörde abgeben? Grundsätzlich gilt, dass ein Fahrverbot mindestens einen Monat und höchstens drei Monate andauern darf. Begehen Sie schwerere Ordnungswidrigkeiten, reicht kein Fahrverbot mehr aus, sondern Ihnen wird der Führerschein für mindestens sechs Monate entzogen.

Während Sie beim Fahrerlaubnisentzug jedoch die Führerscheinprüfung neu ablegen, eine MPU bestehen oder einen Antrag auf Wiedererteilung stellen müssen, erhalten Sie nach einem Fahrverbot das Dokument automatisch von der Behörde zurück und können direkt wieder in ihr Auto steigen.

Das Fahrverbot muss mit Rechtskraft des Bußgeldbescheides, in dem dieses angeordnet wird, angetreten werden. Das bedeutet: Sie müssen Ihr Führerscheindokument bei einer Behörde abgeben – ab diesem Tag beginnt die amtliche Verwahrung.

Beachten Sie: Sind Sie Ersttäter – also haben Sie innerhalb der letzten zwei Jahre kein Fahrverbot ableisten müssen – so können Sie den Starttermin für Ihr Fahrverbot in einem Zeitraum von vier Monaten ab Rechtskraft frei wählen. Für Wiederholungstäter gilt diese Regel, das Fahrverbot zu verschieben, allerdings nicht.

Können Sie ein für drei Monate ausgelegtes Fahrverbot aufteilen?

Wollen Sie ein Fahrverbot umgehen, sollten Sie sich damit an einen Anwalt für Vekehrsrecht wenden.
Wollen Sie ein Fahrverbot umgehen, sollten Sie sich damit an einen Anwalt für Vekehrsrecht wenden.

Egal, ob Alkohol am Steuer oder eine Geschwindigkeitsüberschreitung das Fahrverbot ausgelöst hat: Es ist nicht möglich, das Fahrverbot zu splitten und auf mehrere Zeitabschnitte zu verteilen.

Sollte die Rechtskraft des Bußgeldbescheids also im Januar eintreten, so müssen Sie auch im Januar Ihren Führerschein abgeben.

Müssen Sie ein dreimonatiges Fahrverbot ableisten, erhalten Sie den Führerschein auch erst frühestens im April zurück. Auch, wenn Sie nur für einen Monat das Fahrverbot erhalten haben, müssen Sie dies am Stück ableisten.

Können Sie ein Fahrverbot umgehen?

Viele Autofahrer fragen sich, besonders wenn der Führerschein beruflich benötigt wird, ob ein Fahrverbot auch umgangen werden kann. Grundsätzlich ist dies nicht vorgesehen, da ein Fahrzeugführer aus seinen Fehlern lernen sollte und demnach eine Ableistung des Fahrverbots sinnvoll sein kann.

Sind allerdings Kraftfahrer oder andere Personen, bei denen durch die Abnahme des Führerscheins die Existenz gefährdet ist, von der Sanktion betroffen, können diese in einzelnen Fällen das Fahrverbot umwandeln.

Das bedeutet dann im Umkehrschluss, dass ein erhöhtes Bußgeld statt des Fahrverbots gegen den Autofahrer verhängt wird. Ob Sie ein Fahrverbot so abwenden können, liegt jedoch im Ermessen der Behörde und wird im Einzelfall entschieden. Ein generelles Anrecht darauf gibt es nicht.

Fahren trotz Fahrverbot: Welche Strafe droht Ihnen?

Beim Fahren trotz Fahrverbot droht eine Freiheits- oder Geldstrafe.
Beim Fahren trotz Fahrverbot droht eine Freiheits- oder Geldstrafe.

Sollten Sie Ihren Führerschein bei der Behörde abgegeben haben und trotzdem Auto fahren, so stellt dies eine Straftat dar.

Das Fahren ohne gültigen Führerschein bzw. Fahrerlaubnis wird laut § 21 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe sanktioniert.

Liegt der Tat Fahrlässigkeit zugrunde, wird das Strafmaß auf ein halbes Jahr Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe mit bis zu 180 Tagessätzen heruntergesetzt. Wichtig ist: Obwohl Sie theoretisch noch Ihre Fahrerlaubnis besitzen, wurde Ihnen die Erlaubnis, ein Fahrzeug zu führen, für eine gewisse Zeit durch das Fahrverbot entzogen. Auch in diesem Fall wird das Fahren während eines Fahrverbots als Fahren ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG gewertet und entsprechend hart bestraft.

Kann bei Fahrerflucht ein Fahrverbot ausgesprochen werden?

Bei vielen Straftaten nach dem Strafgesetzbuch (StGB) können ebenfalls verkehrsrechtliche Sanktionen folgen. Das ist oft der Fall, wenn die Straftat im Straßenverkehr ausgeübt wurde. Ein Beispiel hierfür ist die Fahrerflucht. Entfernen Sie sich unerlaubt vom Unfallort und droht Ihnen danach eine Strafe nach § 142 des StGB, so kann ein Fahrverbot als Nebenstrafe ebenfalls verhängt werden. Wie lang dieses andauert, ist von der Schwere des Delikts abhängig. Ebenfalls kann hier auch ein Fahrerlaubnisentzug drohen.

Droht ein Fahrverbot bei Epilepsie oder anderen Krankheiten?

Ab wann droht ein Fahrverbot? Zwei Punkte können bereits ausreichen.
Ab wann droht ein Fahrverbot? Zwei Punkte können bereits ausreichen.

Neben dem Fahrverbot als Sanktion bei Ordnungswidrigkeiten kann ein solches auch von einem Arzt ausgesprochen werden. Ein ärztliches Fahrverbot ist bei bestimmten Krankheiten erforderlich und verbietet dem Betroffenen dann, ein Auto zu fahren.

Bei welcher Krankheit ein Fahrverbot vom Arzt verhängt wird, ist auch davon abhängig, inwiefern diese therapierbar ist bzw. therapiert wird.

Bei Epilepsie wird ein Fahrverbot beispielsweise oft ausgesprochen, wenn die Krampfanfälle zum ersten Mal oder wiederholt in unregelmäßigen Abständen auftreten. Allerdings ist dies auch immer vom konkreten Einzelfall abhängig. Grundsätzlich gilt, dass beim Führerschein der Klassen A, B, BE – also unter anderem für das Auto – und anderen eine mindestens einjährige Anfallsfreiheit vorliegen muss.

Bei größeren Fahrzeugklassen wie LKW oder Bussen muss der Betroffene mindestens fünf Jahre lang keine Ausfallerscheinungen in Form von Anfällen gezeigt haben, ohne, dass dafür eine Therapie nötig war. Auch dann, wenn die Anfälle nur im Schlaf stattfanden, kann das Autofahren trotz Epilepsie trotzdem möglich sein. Betroffene sollten sich für ein ärztliches Gutachten an ihren Arzt wenden.

Bildnachweise:
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