Gaffer – Welche Strafen gibt es für Schaulustige?

Von bussgeldbescheid-einspruch.com, letzte Aktualisierung am: 5. Mai 2021

Bußgeldtabelle “Gaffen”

OrdnungswidrigkeitSanktionen
Sie behinderten die Rettungskräfte durch das Befahren des Seitenstreifens auf der AutobahnBußgeld in Höhe von 20 Euro
Sie behinderten die Rettungskräfte durch das Parken auf dem Seitenstreifen der AutobahnBußgeld in Höhe von 25 Euro
GaffenBußgeld in Höhe von bis zu 1000 Euro
Einen Unfall filmen oder fotografierenGeldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren
Unterlassene HilfeleistungGeldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr

Schaulustige behindern immer häufiger die Einsatzkräfte

Gaffer behindern in Deutschland häufig die Rettungskräfte.
Gaffer behindern in Deutschland häufig die Rettungskräfte.

Laut einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen werden die Rettungs- und Aufräumarbeiten bei Dreiviertel aller Verkehrsunfälle durch Zuschauer behindert.

Hierbei handelt es sich um eine bedenkliche Entwicklung. Diese wird noch dadurch verschlimmert, dass immer mehr Schaulustige auch nicht davor zurückschrecken, nach einem tödlichen Unfall Fotos oder Videos von einem Unfallort und den Verletzten oder Toten aufzunehmen.

Mit Hilfe eines Smartphones können diese Bilder dann innerhalb von Sekunden mit der ganzen Welt geteilt werden. Manch ein Schaulustiger mag sich hiervon Aufmerksamkeit versprechen, manche verspüren eine gewisse Sensationslust.

Dies ändert jedoch nichts daran, dass das Gaffen verboten ist. Warum ist es aber so gefährlich? Welche Vergehen können einem Gaffer vorgeworfen werden und wie werden diese bestraft?

Die Rettung Verletzter hat oberste Priorität

Schaulustige verschlimmern noch das Leid der Opfer.
Schaulustige verschlimmern noch das Leid der Opfer.

Nach einem Unfall mit Personenschaden ist es besonders wichtig, dass die Rettungskräfte so schnell wie möglich an den Unfallort gelangen. Nur so können Sie den Verletzten die nötige Hilfe zukommen lassen.

Sekunden können im schlimmsten Fall über Leben und Tod entscheiden. Aus diesem Grund ist es von höchster Bedeutung, dass Rettungswege nicht versperrt werden.

Stehen viele Schaulustige im Weg oder fahren Gaffer Ihre Fahrzeuge nicht an die Seite, um einen besseren Blick auf den Unfall – beispielsweise einen Motorradunfall – zu erhaschen, werden die Einsatzkräfte dadurch behindert.

Wenn Sie als erste Person einen Unfall beobachten, aber nicht helfen, kann Ihnen unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen werden. Diese kann mit einer Geldbuße bis hin zu einer Freiheitsstrafe belegt werden.

Wenn Gaffer sogar zum Handy oder der Kamera greifen, um das Geschehen am Unfallort festzuhalten, verletzten sie außerdem die Persönlichkeitsrechte der Verletzten und auch der Rettungskräfte.

Die verletzten Personen befinden sich nach einem Unfall in einer Notsituation, sind unter Umständen panisch und stehen unter Schock. Die Schaulustigen tragen hier nur dazu bei, dass diese aufwühlende Situation nur noch schwieriger zu bewältigen ist.

Welche Strafen drohen einem Gaffer?

Auch als Gaffer können Sie bestraft werden.
Auch als Gaffer können Sie bestraft werden.

Gaffer können wegen verschiedener Vergehen bestraft werden. Zum einen können sie von der Polizei des Ortes verwiesen werden.

Als Ordnungswidrigkeit kann das Gaffen mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

Wird keine Rettungsgasse gebildet, kann ein Bußgeld in Höhe von 200 Euro, 2 Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot anfallen. Behindern Sie die Einsatzkräfte dadurch, erhöhen sich die Geldbuße auf 240 Euro.

Und auch wenn Sie auf dem Seitenstreifen parken oder diesen langsam befahren, um einen Blick auf den Unfall werfen zu können, kann Ihnen ein Bußgeld von 20 bis 25 Euro auferlegt werden.

Wird eine Behinderung der Rettungskräfte in Verbindung mit einer Nötigung festgestellt, kann eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro oder eine Freiheitsstrafe drohen.

Die Sanktionen für Gaffer werden regelmäßig geprüft und ggf. angepasst. So hat der deutsche Bundesrat ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, das Gaffer härter bestraft. Wer Rettungskräfte behindert oder die Opfer von Unglücken fotografiert, muss auch mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr oder einer Geldstrafe rechnen.

So reagieren Sie nach einem Unfall richtig

Anstatt schaulustig stehen zu bleiben, müssen Sie nach einem Unfall richtig reagieren, damit den Verletzten so schnell wie möglich geholfen werden kann.

Als Ersthelfer müssen Sie die Unfallstelle absichern, die Polizei bzw. den Rettungsdienst informieren und wenn nötig Erste Hilfe leisten.

Sind bereits Helfer am Unfallort tätig, sollten Sie weiterfahren bzw. dafür sorgen, dass eine Rettungsgasse gebildet wird, damit die Rettungskräfte schnell zu den Verletzten gelangen können.

FAQ: Das Wichtigste über Gaffer

Was ist ein Gaffer?

Als Gaffer werden jene Personen bezeichnet, die nach einem Unfall die verletzten Personen beobachten anstatt ihnen zu helfen. Im schlimmsten Fall filmen sie das Geschehen noch oder machen Fotos.

Mit welchen Sanktionen müssen Gaffer rechnen?

Dabei kommt es auf den genauen Tatbestand an. Haben Sie Rettungskräfte behindert, fällt ein Bußgeld in Höhe von 20 bis 25 Euro an. Für das Gaffen selbst können bis zu 1000 Euro fällig werden. Nähere Informationen finden Sie in unserer Bußgeldtabelle.

Ist Gaffen eine Straftat?

Unter Umständen ja! Unterlassene Hilfeleistung stellt einen Straftatbestand dar. Das gilt auch für das Fotografieren oder Filmen von verletzten Personen.

Bildnachweise:
istockphoto.com – photosbyjim
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