Illegale Autorennen enden nicht selten tödlich

Von bussgeldbescheid-einspruch.com, letzte Aktualisierung am: 2. August 2022

Wie können illegale Rennen bestraft werden?

TatbestandFolgen
Sie haben illegale Autorennen ausgerichtet, daran teilgenommen oder waren mit nicht angepasster Geschwindigkeit grob verkehrswidrig und rücksichtslos unterwegs, um möglichst hohe Geschwindigkeiten zu erreichen- 3 Punkte in Flensburg
- Entziehung der Fahrerlaubnis
- Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren
… mit Gefährdung- 3 Punkte in Flensburg
- Entziehung der Fahrerlaubnis
- Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren (bei Fahrlässigkeit von bis zu 3 Jahren)
… mit Personenschaden- 3 Punkte in Flensburg
- Entziehung der Fahrerlaubnis
- Freiheitsstrafe von 1 Jahr bis zu 10 Jahren (in minder schweren Fällen von 6 Monaten bis zu 5 Jahren)

Autowettrennen gefährden die Verkehrssicherheit ungemein

Im Gegensatz zu Rennen auf einer speziellen Strecke enden illegale Autorennen im öffentlichen Verkehr oft tödlich.
Im Gegensatz zu Rennen auf einer speziellen Strecke enden illegale Autorennen im öffentlichen Verkehr oft tödlich.

Was die Zuschauer bei der Filmreihe „The Fast and the Furious“ in Spannung und schiere Begeisterung versetzt, kann im wahren Leben schnell bitterer Ernst werden: Schließlich kann es leicht passieren, dass ein Autorennen mit einem Unfall endet, wenn es nicht auf einer dafür vorgesehenen Strecke, sondern illegal im öffentlichen Straßenverkehr stattfindet.

Aufgrund der steigenden Anzahl an Todesfällen in den vergangenen Jahren hat der Gesetzgeber die Strafen für illegale Autorennen im Jahr 2017 enorm verschärft. Welche strafrechtlichen Konsequenzen Raser und Veranstalter seitdem befürchten müssen und welche Auswirkungen eine illegale Wettfahrt auf die Versicherung haben kann, erklären wir im folgenden Ratgeber.

FAQ: Illegale Autorennen

Was zählt als illegales Autorennen?

Unter anderem handelt es sich um ein illegales Straßenrennen, wenn Kraftfahrzeuge von Ampel zu Ampel gegeneinander antreten, wenn sie sich auf einer längeren Strecke unerlaubt im öffentlichen Verkehr ein Rennen leisten oder wenn sie allein gegen die Uhr mit hoher Geschwindigkeit fahren. Eine illegale Wettfahrt kann demzufolge verschiedene Formen haben.

Ist ein illegales Autorennen als eine Straftat anzusehen?

Bereits seit 2017 werden illegale Straßenrennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit gewertet, sondern als Straftat. Dabei machen sich nicht nur die Teilnehmer strafbar, sondern auch der Veranstalter.

Wie hoch ist die Geldstrafe bei illegalen Autorennen?

In welcher Höhe sich die Geldstrafe für illegale Autorennen bewegt, liegt letztendlich im Ermessen des zuständigen Gerichts. Zusätzlich zu der jeweiligen Geldstrafe müssen sich Kraftfahrer, die ein illegales Rennen fahren, auf drei Pun‌kte in Flensburg, die Entziehung der Fahrerlaubnis sowie eine Freiheitsstrafe zwischen zwei und zehn Jahren einstellen. Detaillierte Infos zu den möglichen Strafen finden Sie in dieser Tabelle.

Illegale Autorennen: Welche Strafe ist möglich?

Seit 2017 gelten illegale Autorennen als Straftat und können schlimmstenfalls Haftstrafen nach sich ziehen.
Seit 2017 gelten illegale Autorennen als Straftat und können schlimmstenfalls Haftstrafen nach sich ziehen.

Seit 2017 werden illegale Autorennen nicht mehr – wie im Vorfeld – als Ordnungswidrigkeit gewertet, sondern vielmehr als Straftat.

Die drohenden Konsequenzen hält seitdem § 315d des Strafgesetzbuchs (StGB) fest. Im ersten Absatz dieses Paragraphen heißt es:

Wer im Straßenverkehr

1. ein nicht erlaubtes Kraftfahrzeugrennen ausrichtet oder durchführt,

2. als Kraftfahrzeugführer an einem nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennen teilnimmt oder

3. sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Demzufolge ereilt nicht nur die Teilnehmer eine Strafe: Wer illegale Autorennen veranstaltet, muss ebenfalls mit Konsequenzen rechnen. Werden bei der Wettfahrt obendrein andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Kamen Personen durch einen Unfall bei einem Autorennen zu Tode oder wurden schwer verletzt, liegt die mögliche Freiheitsstrafe bei bis zu zehn Jahren; die Möglichkeit einer Geldstrafe entfällt. Lediglich in minder schweren Fällen kann eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren verhängt werden.

Wichtig: Dabei handelt es sich lediglich um die strafrechtlichen Folgen. Illegale Autorennen können zusätzlich verkehrsrechtliche Sanktionen nach sich ziehen. Diese bestehen im Regelfall aus drei Punkten in Flensburg sowie der Entziehung der Fahrerlaubnis. Zudem kann bei einem Antrag auf Neuerteilung des Führerscheins eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet werden, da die zuständige Behörde nach einem illegalen Straßenrennen logischerweise an der Fahreignung des Betroffenen zweifelt.

Zahlt die Versicherung, wenn ein illegales Autorennen mit einem Unfall endet?

Enden illegale Autorennen mit einem Unfall, kann die Versicherung die Zahlung verweigern.
Enden illegale Autorennen mit einem Unfall, kann die Versicherung die Zahlung verweigern.

Enden illegale Autorennen mit einem Crash, kann sich die Versicherung unter Umständen weigern, für den dadurch entstandenen Schaden aufzukommen. Dies betrifft sowohl Kasko- als auch Haftpflichtversicherungen. Schließlich begeht der Versicherungsnehmer eine sogenannte Obliegenheitsverletzung, wenn er grob fahrlässig oder vorsätzlich einen Unfall herbeiführt.

Um Obliegenheitsverletzungen handelt es sich beispielsweise, wenn der betroffene Fahrer

  • unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol ein Kfz steuert,
  • ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs ist oder eben
  • illegale Autorennen im öffentlichen Verkehr unternimmt.

Im Gegensatz zur Teil- oder Vollkasko, welche die Leistung in solchen Fällen beide verweigern können, gibt es bei der Haftpflichtversicherung trotz Obliegenheitsverletzung eine Leistungspflicht. Die Kfz-Haftpflicht wird demzufolge zwar zunächst einmal den entstandenen Schaden übernehmen, kann den Versicherungsnehmer allerdings anschließend in Regress nehmen und das Geld von ihm zurückverlangen. Dabei gilt jedoch eine Maximalgrenze von 5.000 Euro.

Quellen und weiterführende Links

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