Motorradunfall – Zweiradfahrer sind hier meist die Unterlegenen

Von bussgeldbescheid-einspruch.com, letzte Aktualisierung am: 6. Mai 2021

Schwere Motorradunfälle sind keine Seltenheit

Ein Motorradunfall ist leider keine Seltenheit.
Ein Motorradunfall ist leider keine Seltenheit.

Anfang 2016 waren laut Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) rund 4,2 Millionen Krafträder in Deutschland zugelassen. Dieser Zahl stehen rund 45 Millionen Pkw gegenüber.

Doch obwohl so viel weniger Motorrad- als Autofahrer am Straßenverkehr teilnehmen, werden diese sehr häufig in Unfälle verwickelt.

Geraten Motorradfahrer in einen Unfall, sind die Chancen groß, dass sie schwere Verletzungen davon tragen. Laut ADAC-Unfallstatistik war im Jahr 2014 fast jeder siebte Schwerverletzte und jeder sechste im Straßenverkehr tödlich Verunglückte ein Zweiradfahrer.

Doch wie lässt es sich erklären, dass ein Motorradunfall häufig tödlich endet? Wie sollten Sie sich verhalten, wenn ein Unfall mit einem Motorradfahrer geschieht? Muss der Helm des Fahrers abgenommen werden, wenn dieser verletzt ist? Sollte die Polizei verständigt werden?

Verkehrsunfall mit dem Motorrad – Ursachen und Folgen

Geschieht mit dem Motorrad ein Unfall, ist häufig Selbstüberschätzung der Auslöser.
Geschieht mit dem Motorrad ein Unfall, ist häufig Selbstüberschätzung der Auslöser.

Gerade wenn in Deutschland im Frühjahr die Zweiradsaison startet, sind laut Polizei häufig schwere Motorradunfälle zu beklagen.

Nach der langen Zwangspause überschätzen sich viele Fahrer, sind mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs oder überholen an unübersichtlichen Stellen. Auch Auffahrunfälle kommen häufig vor.

Die anderen Verkehrsteilnehmer hingegen unterschätzen die Zweiräder häufig, ein Unfall mit einem Motorradfahrer kann die Folge sein.

Außerdem können Biker vom Auto aus bei schwierigen Lichtverhältnissen leicht übersehen werden. Pkw-Fahrer sollten deshalb ganz besonders aufmerksam sein. Beim Abbiegen oder Spurwechsel sollte außerdem der Schulterblick nicht vernachlässigt werden.

Da Kraftradfahrer im Gegensatz zum Auto keine Knautschzone haben, werden diese bei einem Unfall häufig schwer verletzt. In vielen Fällen kommt es zu schweren Knochenbrüchen, Schürfwunden und Kopfverletzungen.

Auch ein tödlicher Motorradunfall ist keine Seltenheit. Oft sind dann schwere und große Kraftfahrzeuge wie Lkw oder Traktoren am Unfall beteiligt.

Was ist nach einem Unfall mit dem Motorrad zu tun?

Nach einem Motorradunfall sollten Sie zunächst die Unfallstelle absichern. Machen Sie das Warnblinklicht vom Auto an, ziehen Sie die Warnweste über und stellen Sie ein Warndreieck in ausreichender Entfernung auf (mindestens 100 Meter).

Ist der Verunglückte schwer verletzt oder zeigt keine Lebenszeichen mehr, sollten Sie sofort den Notruf wählen und den Rettungsdienst und die Polizei informieren. Anschließend ist Erste Hilfe zu leisten.

Tipps, um einen Motorradunfall und Verletzungen zu vermeiden

  • Tragen Sie entsprechende Schutzkleidung und natürlich immer einen Helm.
  • Fahren Sie vorausschauend und vorsichtig. Rechnen Sie mit den Fehlern anderer Fahrer.
  • Überschätzen Sie sich nicht selbst. Gerade bei hochmotorisierten Maschinen kann das Gefühl für die richtige Geschwindigkeit verloren gehen.

Helm abnehmen – Ja oder Nein?

Sollte nach einem Unfall dem Motorradfahrer der Helm abgenommen werden?
Sollte nach einem Unfall dem Motorradfahrer der Helm abgenommen werden?

Viele Ersthelfer sind sich nicht sicher, ob Sie den Helm eines Verletzten abnehmen sollen oder nicht.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Helm auf dem Kopf bleiben sollte, wenn der Biker bei Bewusstsein ist.

Ist der Fahrer bewusstlos, ist der Helm abzunehmen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass er zu wenig Sauerstoff bekommt und dadurch Gehirnschäden erleidet, an seinem Erbrochenen erstickt oder an einem Herz-Kreislauf-Stillstand stirbt.

Helmabnahme nach einem Motorradunfall – So gehen Sie vor

Die Helmabnahme sollten Sie am besten gemeinsam mit einem anderen Ersthelfer durchführen. Sie sollten folgendermaßen vorgehen:

  • Die erste Person kniet oberhalb des Kopfes und stabilisiert den Hals, der zweite Helfer öffnet das Visier und löst den Kinnriemen.
  • Der erste Helfer nimmt dann vorsichtig den Helm ab, während der andere den Kopf festhält.
  • Ist der Helm abgenommen, übernimmt der erste Helfer wieder die Stabilisierung des Kopfes.

FAQ: Das Wichtigste bei einem Motorradunfall

Wie sollte ich bei einem Motorradunfall vorgehen?

Das Vorgehen sollte sich wie bei anderen Unfällen auch gestalten: Warnblinklicht und Warnweste an, Warndreieck aufstellen, Notruf absetzen und Erste Hilfe leisten. Im besten Fall sind mehrere Ersthelfer am Unfallort, sodass Sie bspw. bereits Erste Hilfe leisten können, während ein anderer den Notruf absetzt.

Helm abnehmen oder nicht?

Ist der Fahrer bei Bewusstsein, muss der Helm nicht zwangsweise abgenommen werden. Ist er es allerdings nicht, sollten die Ersthelfer den Helm vorsichtig abnehmen. Tipps zum Vorgehen finden Sie hier.

Wie können Unfälle mit dem Motorrad vermieden werden?

Autofahrer sollten besondere Rücksicht auf Motorradfahrer nehmen, da diese nicht durch eine Knautschzone geschützt und zudem oft übersehen werden. Der Schulterblick sollte beim Abbiegen nicht fehlen. Geübte Kraftradfahrer wissen, dass sie Fehler anderer Verkehrsteilnehmer einkalkulieren sollten. Vor allem im Frühjahr, nachdem die Winter-Zwangspause endet, sollten sich Motorradfahrer nicht überschätzen.

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