In der MPU durchgefallen: Was nun?

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In der MPU durchgefallen: Autofahren ist weiterhin tabu.
In der MPU durchgefallen: Autofahren ist weiterhin tabu.

Eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) wird durch Verkehrsbehörden meistens dann verhängt, wenn zu viele Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei gesammelt wurden oder bei Alkohol am Steuer ab 1,6 Promille bzw. in einigen Bundesländern bereits ab 1,1 Promille.

Tritt dann auch noch der Fall ein, die MPU nicht zu bestehen, ist die Ratlosigkeit oft groß. Kann der Führerschein vielleicht auch ohne MPU zurückerlangt werden? Gibt es Sperrfristen? Wie sollten sich Betroffene nun verhalten?

Negatives MPU-Ergebnis: Wie geht es weiter?

MPU-Reaktionstest nicht bestanden: Eine alternative Prüfung ist oft möglich.
MPU-Reaktionstest nicht bestanden: Eine alternative Prüfung ist oft möglich.

Bei der MPU durchgefallen zu sein, ist für viele erst einmal ein Schock. Das Gutachten sollte trotzdem genau gelesen werden, denn je nach Begründung des Sachverständigen können einzelne Teile auch durch einen Ersatztest noch bestanden werden. Zudem werden hilfreiche Empfehlungen und Handlungsanweisungengegeben.

Wurde zum Beispiel der MPU-Reaktionstest nicht bestanden, kann es eine nachträgliche Fahrverhaltensbeobachtung geben. Auf einer Standardstrecke wird dabei getestet, wie der Kandidat sich im realen Straßenverkehr verhält, insbesondere in Hinsicht auf Abstands- und Spurverhalten. Bei der zuständigen Begutachtungsstelle können Fahrschulen mit einem solchen Angebot erfragt werden.

Negatives Gutachten nicht abgeben!

Besonders wichtig, nachdem Sie bei der MPU durchgefallen sind: Geben Sie das Gutachten niemals bei der entsprechenden Behörde ab!Unterschreiben Sie auch keine Zusage oder Ähnliches, dass das Gutachten direkt an die Führerscheinstelle geleitet werden darf!

Denn es kann nachteilig sein, wenn sich ein Nachweis über die nicht vorhandene Fahreignung in Ihrer Akte findet und Sie einen zweiten Anlauf nehmen und die MPU doch noch bestehen möchten. Weiß der Gutachter, welche Punkte beim letzten Mal kritisch waren, wird er dort besonders nachhaken.

Zudem hat die Führerscheinstelle keinen Rechtsanspruch, Ihr Gutachten einzufordern: Im Zweifel ziehen Sie den Antrag auf Neuerteilung zurück und stellen ihn gleich darauf erneut.

Die MPU-Nachschulung: Eine Möglichkeit?

MPU nicht bestanden: Eine Nachschulung nach § 70 FeV ist nicht immer möglich.
MPU nicht bestanden: Eine Nachschulung nach § 70 FeV ist nicht immer möglich.

Eine weitere Möglichkeit, wenn Sie bei der MPU durchgefallen sind, kann die MPU-Nachschulung nach § 70 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) sein.

Diese Empfehlung kann der Gutachter aussprechen, wenn er zwar eine positive Entwicklung beim Kandidaten feststellt, eine endgültige Prognose über eine langfristige Verhaltensänderung jedoch noch nicht für möglich hält.

Dieses Angebot richtet sich vor allem an Betroffene, die wegen einer Alkohol- oder Drogenproblematik ihren Führerschein verloren haben. Besteht man die Nachschulung, erhält der Prüfling seinen Führerschein normalerweise ohne eine weitere MPU zurück.

Allerdings ist eine Nachschulung mit rund 400 Euro nicht ganz billig. Je nach Region und Angebot können die Preise jedoch schwanken. Anbieter sind zum Beispiel der TÜV oder die DEKRA.

Bei der MPU durchgefallen: Wann kann ich wiederholen?

Sie sind bei der MPU durchgefallen? Eine Sperrfrist, ehe Sie eine erneute MPU absolvieren können, gibt es in dem Fall nicht. Prinzipiell ist es also nicht nötig, wenn Sie die MPU nicht bestanden haben, eine Wartezeit einzuhalten.

Grundsätzlich sollte sich jeder Betroffene allerdings die Frage stellen, inwieweit ein solches Vorgehen sinnvoll ist, schließlich gibt es einen Grund, warum jemand bei der MPU durchgefallen ist und kein positives Gutachten erteilt werden konnte. Wer jetzt ohne weitere Vorbereitung die nächste MPU absolviert, der riskiert, dass auch die folgende Untersuchung negativ ausfällt.

Auch die Regel, dass nach Anordnung einer MPU nur zwei Jahre Zeit sind, diese zu bestehen, wurde 2008 abgeschafft. Zuvor hatten Betroffene nach Ablauf dieser Frist die theoretische und praktische Fahrprüfung erneut absolvieren müssen, um ihren Führerschein zurückzuerlangen.

Das negative MPU-Ergebnis verhindern: Die Vorbereitung

Negative MPU: Was nun?
Negative MPU: Was nun?

Nicht nur die Wartezeit und die organisatorischen Herausforderungen bestimmen oftmals die Gedanken der Betroffenen, sondern auch finanzielle Aspekte können eine Rolle spielen. Um die 400 Euro müssen Betroffene aufbringen – für jede MPU, bestanden oder nicht bestanden. Hinzu können die Kosten für Kurse etc. kommen. Umso wichtiger ist es, die Versuche möglichst gering zu halten, und das funktioniert in den meisten Fällen nur mit einer guten Vorbereitung.

Vorbereitungskurse

Verschiedene Anbieter bieten zu diesem Zweck MPU-Kurse an, die gezielt auf die Untersuchung vorbereiten und so möglichst verhindern, bei einer MPU durchgefallen zu sein. Allerdings summieren sich die Kosten für Kurs, Abstinenznachweis und tatsächliche MPU und können leicht in den vierstelligen Bereich steigen.

Kostenlose Angebote

Nur etwa jeder Zweite besteht die MPU im ersten Anlauf – davon sicherlich wenige ohne jede Vorbereitung. Neben den kostenpflichtigen Kursen bieten die Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) kostenlose Veranstaltungen an, die wichtige Informationen rund um die anstehende MPU bereitstellen. Die Teilnahme ist in jedem Fall ratsam.

Den Führerschein zurück trotz negativer MPU: Mit guter Vorbereitung steht dem Ausflug mit Freunden bald nichts mehr im Wege.
Den Führerschein zurück trotz negativer MPU: Mit guter Vorbereitung steht dem Ausflug mit Freunden bald nichts mehr im Wege.

Auch die geistige Vorbereitung sollte nicht vernachlässigt werden. Der Einstellungs- und Verhaltenswandelmuss dem Gutachter glaubhaft und nachvollziehbar dargelegt werden können, damit dieser eine positive Prognose stellen kann. In jedem Fall sollte das Gespräch geprobt werden: Welche Fragen können gestellt werden und wie kann ich darauf antworten?

Zudem kann es sinnvoll sein, mit einem Verkehrspsychologen zusammenzuarbeiten, um eventuelle Probleme, die das eigene Verhalten im Straßenverkehr beeinflussen, zu identifizieren und anzugehen. Der MPU-Gutachter wird einen solchen Schritt ebenfalls begrüßen.

Ohne Vorbereitung wird es schwierig!

Jedem ist es freigestellt, welche Vorbereitung er wählt. Grundsätzlich ist eine MPU ohne Vorbereitung aber nicht ratsam. Dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass Sie bei der MPU nicht durchfallen, denn die MPU-Durchfallquote ist mit jährlich etwa 30 Prozent recht hoch.

Führerschein trotz negativer MPU: Geht das?

Tatsächlich besteht eine Tilgungsfrist nach dem Entzug der Fahrerlaubnis – in der Praxis dürfte der Führerschein ohne MPU für die meisten jedoch kein akzeptabler Wegsein, denn die Frist beträgt 10 Jahre. Es kommen allerdings noch einige Faktoren hinzu, die den Starttermin der Tilgungsfrist weiter hinauszögern:

  • Bei strafrechtlichen Verurteilungen beginnt die Tilgungsfrist am Tag des ersten Urteils.
  • Bei verwaltungsbehördlichen oder gerichtlichen Bußgeldentscheidungen wegen Ordnungswidrigkeiten beginnt die Tilgungsfrist am Tag der Rechtskraft des Bescheids bzw. des Urteils.
  • Bei einer verkehrspsychologischen Beratung/einem Aufbauseminar beginnt die Tilgungsfrist am Tag der Gutachtenausstellung.
  • Bei Entzug, Verzicht oder Versagung des Führerscheins beginnt die Frist am Tag der Erteilung.

Maximal können 15 Jahre vergehen, ehe der Führerschein ohne MPU zurückerlangt werden kann. In dieser Zeit ist jedoch jeder Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung zu vermeiden: Findet ein Verwaltungsakt statt, beginnt die Frist in der Regel von neuem. Ebenso sollten Sie dringend darauf achten, den Antrag auf Neuerteilung nicht vor Ablauf der Frist zu stellen, denn das könnte eine erneute Anordnung der MPU zur Folge haben. Auch in diesem Fall würde die Frist erneut starten.

Bildnachweise:

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