MPU-Fragen: Wie kann das Gespräch mit dem MPU-Gutachter aussehen?

Von bussgeldbescheid-einspruch.com, letzte Aktualisierung am: 8. November 2021

Worauf zielen die MPU-Fragen ab?

MPU-Test: Fragen zur Vorbereitung auf das Gespräch sind ein beliebter Aufhänger.
MPU-Test: Fragen zur Vorbereitung auf das Gespräch sind ein beliebter Aufhänger.

Zur medizinisch-psychologischen Untersuchung, müssen Fahrzeugführer, die in der Vergangenheit aufgrund schwerer oder wiederholter Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr auf sich aufmerksam gemacht haben.

Wer sich der MPU stellen muss, hat folglich dermaßen Zweifel an seiner Fahreignung aufgeworfen, dass er diese Zweifel im Gespräch für das Gutachten endgültig ausmerzen muss. Der Prüfer will durch seine MPU-Fragen vor allem herausfinden, ob und inwiefern der Fahrer sein Verhalten hinter dem Lenkrad ändern kann. So muss dieser beweisen, dass er seine Fehler nicht auf die leichte Schulter nimmt und sie zu reflektieren und in Zukunft zu vermeiden weiß.

Dabei werden unter anderem sehr knifflige Fragen gestellt, deren Antworten entscheiden, ob der Betroffene sich künftig wieder hinters Steuer setzen darf.

Welche Fragen werden bei der MPU gestellt?

Zuerst die schlechte Nachricht: Es gibt keinen vorgefertigten MPU-Fragebogen. Somit gibt es auch keine MPU-Fragen, auf die Sie die Antworten auswendig lernen und später runterbeten können. Dies ist schließlich kein Wissenstest wie bei der Prüfung zur Fahrerlaubnis.

Es gibt keine vorgefertigten MPU-Fragebögen. Dennoch sollte sich der Prüfling umfassend vorbereiten.
Es gibt keine vorgefertigten MPU-Fragebögen. Dennoch sollte sich der Prüfling umfassend vorbereiten.

Daher sollten Sie vorsichtig sein mit einem MPU-Fragenkatalog aus dem Internet, der Ihnen alle MPU-Fragen und Antworten verspricht. Sollte der Prüfling nur mit halbem Herzen dabei sein, wird der psychologische Gutachter dies bemerken.

Und trotzdem ist die Vorbereitung auf die MPU das A und O, um ein positives Gutachten zu erhalten. Es gilt im Endeffekt zu beweisen, dass der Betroffene sich mit dem Thema eingehend auseinandersetzte.

Daher werden sich die MPU-Fragen vor allem nach dem individuellen Fahrverhalten des Prüflings richten.

Allgemeine MPU-Testfragen und Antworten – Worauf es ankommt und was Sie nicht tun sollten

Dennoch gibt es beim umgangssprachlich genannten Idiotentest auch allgemeine MPU-Fragen.

Einige können tatsächlich „simple“ MPU-Prüfungsfragen zu Fakten sein, bei denen Sie zur Gesetzeslage im Verkehrsrecht hinsichtlich Ihres Vergehens befragt werden. Dazu können bspw. Fragen zum Abbau von Promille im menschlichen Körper gehören, wenn Sie wegen Alkohol am Steuer zur Untersuchung müssen.
Bei einigen MPU-Fangfragen kommt es vor allem auf das Verhalten des Prüflings an.
Bei einigen MPU-Fangfragen kommt es vor allem auf das Verhalten des Prüflings an.

Allerdings muss bei der MPU auch mit Fangfragen gerechnet werden. Das sind solche MPU-Fragen, die erst einfach erscheinen und die der Prüfer teilweise gar nicht nachprüfen kann. Hier geht es darum, Ihre Reaktion zu beobachten: Brauchen Sie zu lang, um die Antwort zu finden, zeugt das von mangelnder Vorbereitung und somit von mangelnder Motivation, den Führerschein wiedererlangen zu wollen.

Dazu zählen unter anderem Fragen wie:

  • Seit wann ist der Fahrer im Besitz des Führerscheins?
  • Wie viele Kilometer ist er schon in seinem Leben gefahren?
  • Wie viele Kilometer ist er schon am Stück gefahren?

Andere allgemeine MPU-Fragen sind jedoch etwas kniffliger und dienen dazu, die Einstellung und die Einsicht des Prüflings bzgl. seiner Vergehen zu untersuchen.

Ein beliebter Aufhänger ist die Frage: „Wieso glauben Sie, aus Ihrer Sicht, sitzen Sie heute hier?“

Es gibt, wie gesagt, hier keine richtige Antwort. Wichtig ist vor allem, dass der Fahrer ehrlich ist und Einsicht zeigt, um ein positives Gutachten zu erhalten.

Andere ähnliche typische MPU-Fragen sind:

  • Wie haben Sie sich auf dieses Gespräch vorbereitet?
  • Wie schätzen Sie sich als Fahrer ein?
  • Wie kam es dazu, dass Sie an jenem Tag das Delikt begangen haben?
  • Wie haben Sie in den letzten Monaten Ihr Verhalten (bspw. Ihr Trinkverhalten allgemein) geändert?
  • Wie werden Sie in Zukunft verhindern, dass Sie in Ihr altes Verhaltensmuster zurückfallen?
Zur Vorbereitung auf die MÜU-Fragen sollten Sie dokumentieren, welche Schritte Sie zur Besserung unternommen haben.
Als Vorbereitung auf MPU-Fragen: Dokumentieren Sie Ihre Besserungsmaßnahmen!

Auf die MPU-Fragen sollten Betroffene keinesfalls mit Floskeln antworten wie: „Ich hatte einen schlechten Tag erwischt.“, oder „Ich habe nun intensiv darüber nachgedacht.“ Solche Antworten zeugen von Sturheit und beweisen im Endeffekt gar nichts.

Stattdessen beschreiben Sie detailliert, welche Maßnahmen Sie ergriffen, um sich auf das Gespräch vorzubereiten und das fehlerhafte Verhalten künftig zu verhindern – bspw. Therapiesitzungen.

MPU-Fragen bei Alkohol-Delikten

Auch gibt es keinen vorgefertigten MPU-Fragebogen bzgl. Alkohol. Trotzdem gibt es einige Fragen bei diesem MPU-Test, die der Prüfling so oder so ähnlich erwarten kann.

Der Prüfer möchte hier vor allem wissen, ob Sie Ihr Trinkverhalten reflektieren und einschätzen können. Die MPU-Fragen werden daher wahrscheinlich zu diesem Trinkverhalten allgemein und zur ausschlaggebenden Trunkenheitsfahrt speziell gestellt.

So können bei der MPU bzgl. Alkohol Fragen wie folgende gestellt werden:

  • Was war der Anlass bei der ausschlaggebenden Trunkenheitsfahrt?
  • Wann fingen Sie an zu trinken und wie viel?
  • Wann haben Sie zum erstem Mal Alkohol getrunken und wie hat es Ihnen gefallen?
  • Zu welchen Anlässen trinken Sie und wie viel?
 MPU-Fragen: Antworten bei Alkohol im Auto sollten von Änderungen des Trinkverhaltens zeugen.
MPU-Fragen: Antworten bei Alkohol im Auto sollten von Änderungen des Trinkverhaltens zeugen.

Ehrliche Antworten auf die MPU-Fragen bringen Sie auch hier weiter als ausweichende Ausreden, welche die Fachleute bei der MPU in der Regel sofort als solche erkennen.

Hier ist es ratsam, einen Beweis zu erbringen, dass Sie Ihr mögliches Alkohol-Problem erkannt und behoben haben, etwa durch eine Therapie oder durch das Erbringen eines Abstinenznachweises. In einigen Fällen ist es auch ausreichend, dem Gutachter im Gespräch zu belegen, dass Sie durch kontrolliertes Trinken Ihr Trinkverhalten ändern konnten.

MPU-Fragen, wenn Drogen am Steuer im Spiel sind

Die MPU-Fragen sind in diesem Fall ähnlich wie bei der MPU bzgl. eines Alkoholvergehens. Auch hier heißt es: Spielen Sie Ihr Verhalten nicht runter und bleiben Sie bei der Wahrheit. Zeigen Sie, dass Sie sich ändern wollen und wie Sie in Zukunft auf Drogen verzichten werden.

Ihre Chancen stehen schlecht, wenn Sie dem Gutachter erklären, dass Sie zwar weiterhin konsumieren werden, aber sich dann nicht mehr hinters Steuer setzen.

Die Veränderung muss stattdessen für den Prüfer eindeutig erkennbar sein, daher sollten Sie so eingehend wie möglich beschreiben, wie Sie in den letzten Monaten den Drogen den Kampf ansagten – auch Rückfälle gehören dazu und zeugen von Ehrlichkeit.

FAQ: Das Wichtigste zu den MPU-Fragen

Auf welche Fragen muss ich mich bei der MPU einstellen?

Hier finden Sie eine Übersicht möglicher Fragen, die im Rahmen der MPU gestellt werden.

Kommen bei Alkoholverstößen weitere Fragen hinzu?

Weitere Fragestellungen, die bei Verstößen in Verbindung mit Alkohol gestellt werden, finden Sie hier.

Kann ich die MPU bestehen, ohne Fragen zu beantworten?

Nein. Im Rahmen der MPU müssen Sie die Fragen beantworten, wenn Sie ein positives Ergebnis erzielen wollen.

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