Probezeit: Was müssen Fahranfänger beachten?

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In der Probezeit stehen Fahranfänger unter verschärfter Beobachtung.
In der Probezeit stehen Fahranfänger unter verschärfter Beobachtung.

Wurde die Führerscheinprüfung erfolgreich absolviert, ist die Freude riesig, markiert der Erhalt des Führerscheins für viele einen großen Schritt in die Selbstständigkeit. Doch für die nächsten zwei Jahre stehen die Fahranfänger unter genauer Beobachtung, denn nun befinden sie sich in der Probezeit.

Während der Probezeit für den Führerschein ist es besonders ratsam, die in Deutschland geltenden Verkehrsregeln genauestens zu befolgen, denn zusätzlich zu den Strafen laut Bußgeldkatalog ziehen Verkehrsverstöße noch weitere Sanktionen nach sich.

Der nachfolgende Ratgeber informiert umfassend zum Thema Führerschein auf Probeund klärt dabei wichtige Fragen: Warum gibt es die Probezeit? Können Punkte in der Probezeit gesammelt werden? Mit welchen Folgen ist zu rechnen, wenn ein Fahranfänger in der Probezeit geblitzt wird? Und wann kommt es zu einer Probezeitverlängerung?

Alles zum Thema Probezeitd können Sie hier nachlesen:

Warum gibt es beim Führerschein eine Probezeit?

Die Probezeit beim Führerschein dauert zwei Jahre.
Die Probezeit beim Führerschein dauert zwei Jahre.

Bereits seit dem 01. November 1986existiert in Deutschland die Probezeit beim Pkw-Führerschein. Ziel der Probezeit ist es, die Anzahl der schweren Unfälle, die durch unerfahrene Fahrer verursacht werden, zu reduzieren.

Durch verschärfte Regeln sollen die Jugendlichen dazu angehalten werden, die Verkehrsregeln zu beachten und diese dadurch zu verinnerlichen. Die Unfallstatistiken zeigen, dass die Neulinge hinter dem Steuer besonders anfällig für Verstöße gegen die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit und Fahrten unter Alkoholeinfluss sind.

Aus diesem Grund gelten bei der Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit und beim Alkohol verschärfte Regelungen.

Für Fahrer unter 21 Jahren gilt generell die Null-Promille-Grenze am Steuer. Das bedeutet, es gilt ein absolutes Alkoholverbot.

Wie lange dauert die Probezeit beim Auto?

Die reguläre Probezeit dauert, wie bereits erwähnt, zwei Jahre und beginnt mit Aushändigung des Führerscheins – also in der Regel direkt nach der bestandenen Prüfung.

Wird der Fahranfänger während dieses Zeitraums durch Verstöße gegen bestimmte Verkehrsregeln auffällig, kann dies eine Verlängerung nach sich ziehen. Der Führerschein auf Probe gilt dann für insgesamt vier Jahre.

Von 2004 bis 2010 bestand die Möglichkeit, die Probezeit zu verkürzen. Dieses Angebot galt allerdings nicht in allen Bundesländern. Durch die freiwillige Teilnahme an einem Aufbauseminar konnte die Probezeit-Dauer auf nur ein Jahr reduziert werden.

Der Gesetzgeber sieht in der Probezeit zum Führerschein aber noch weitere Maßnahmen vor: Teilnahme an einem Aufbauseminar und unter Umständen sogar der Entzug der Fahrerlaubnis. Wann die jeweilige Sanktion greift, soll nachfolgend betrachtet werden.

Was besagt die Einteilung in A- und B-Verstoß?

Die für die Probezeit relevanten Verkehrsverstöße werden in zwei sogenannte Kataloge aufgeteilt: Katalog A und Katalog B. Alternativ ist häufig auch von einem A- oder B-Verstoß die Rede.

Katalog A umfasst die schwerwiegenden Verstöße. Als schwerwiegend gelten dabei unter anderem folgende Ordnungswidrigkeiten:

  • Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 20 km/h
  • Rotlichtverstoß
  • Gefährdung anderer beim Abbiegen
  • Unterschreitung des Sicherheitsabstands
  • Überholen trotz Überholverbots
  • Fehlverhalten bei Zebrastreifen oder Schulbussen
Geblitzt in der Probezeit? Erst ab einer Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von mehr als 20 km/h hat dies Auswirkungen auf die Probezeit. Ein Bußgeld kann allerdings auch unter 20 km/h erteilt werden.
Zudem werden auch folgende Straftaten als A-Verstoß gewertet:
Rote Ampel überfahren: In der Probezeit ist dies ein A-Verstoß.
Rote Ampel überfahren: In der Probezeit ist dies ein A-Verstoß.
  • Nötigung im Straßenverkehr (Drängeln)
  • gefährliche Eingriffe in den Verkehr (illegale Autorennen)
  • unerlaubtes Entfernen von Unfallort (Fahrerflucht, unterlassene Hilfeleistung)
  • Alkohol am Steuer
  • Drogen am Steuer
  • fahrlässige Körperverletzung oder Tötung
  • Handy am Steuer

Im Vergleich zu den A-Verstößen gelten die Delikte im Katalog B als weniger schwerwiegend. Trotz dieser Betitelung kann auch ein B-Verstoß eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen. Unter anderem folgende Verkehrsverstöße werden dem Katalog B zugeordnet:

  • fehlerhafte Ladungssicherung
  • Gefährdung aufgrund fehlerhafter Sicherung eines liegengebliebenen Fahrzeugs
  • Verwendung abgefahrener Reifen
  • Parken auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen
  • Überziehung der HU um mehr als acht Monate
  • falsch Parken

Welche Sanktionen folgen auf A- und B-Verstöße?

Bereits ein einziger A-Verstoß hat für Fahranfänger in der Probezeit weitreichende Folgen. So führt dieser zu einer Verlängerung der Probezeit und verpflichtet zur Teilnahme an einem Aufbauseminar für Fahranfänger. Aber auch zwei B-Verstöße können zu diesen Sanktionen führen.

Der Einfachheit halber wird nachfolgend nur noch von A-Verstößen ausgegangen. Es soll aber nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass zwei Delikte aus dem B-Katalog die gleichen Maßnahmen nach sich ziehen.

In der Probezeit ist Alkohol am Steuer gänzlich untersagt.
In der Probezeit ist Alkohol am Steuer gänzlich untersagt.

Folgt innerhalb der verlängerten Probezeit auf den ersten A-Verstoß ein weiteres Delikt aus Katalog A, erhält der Autofahrer auf Probe eine schriftliche Verwarnung.

Zudem wird ihm die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung empfohlen. Die Teilnahme an der verkehrspsychologischen Beratung ist allerdings freiwillig und mit Kosten verbunden.

Begeht der Fahranfänger trotz Probezeitverlängerung und schriftlicher Verwarnung einen weiteren A-Verstoß, hat dies den Entzug der Fahrerlaubnis zur Folge.

Für einen neuen Führerschein gilt es, zuerst eine sogenannte Sperrfrist abzuwarten. Diese Sperrfrist dauert mindestens sechs Monate. Der Antrag für einen neuen Führerschein kann in der Regel etwa drei Monate vor Ablauf der Sperre gestellt werden.

Wird dem Antrag stattgegeben, muss der junge Fahrer den Führerschein erneut absolvieren. Das bedeutet noch einmal einen Besuch der Fahrschule für den Theorie- und Praxisunterricht sowie die Ablegung der theoretischen und praktischen Prüfung.

Merke: Beim dritten A-Verstoß muss der gesamte Führerschein erneuterarbeitet werden. Dadurch entstehen zu den fälligen Bußgeldern auch erneut die Kosten für die Fahrerlaubnis.

Aufbauseminar für Fahranfänger

In der Probezeit ist Alkohol am Steuer gänzlich untersagt.
In der Probezeit ist Alkohol am Steuer gänzlich untersagt.

Das Aufbauseminar kann bei speziell dafür zugelassenen Fahrschulenabsolviert werden. In der Regel finden die Seminare in der Gruppe statt, die bis zu zwölf Teilnehmer stark ist.

Währenddessen werden die Verkehrsverstöße besprochen, die zur Teilnahme geführt haben. Ziel ist es, die Ursachen für das falsche Verhalten zu ergründen und dieses in der Zukunft zu vermeiden.

Insgesamt dauert das Seminar neun Stunden, meist in vier Blöcke zu je 135 Minuten aufgeteilt. Auch eine Fahrprobe mit dem Fahrschullehrer ist fester Bestandteil des Aufbauseminars.

Für das Aufbauseminar für Fahranfänger sind Kosten in Höhe von 250 bis 400 Euroeinzuplanen. Diese Kosten sind vom Fahranfänger selbst zu tragen und fallen zusätzlich zu einem möglichen Bußgeld an.

Begeht der Führerscheinneuling ein Vergehen im Zusammenhang mit Drogen oder Alkohol in der Probezeit, wird die Teilnahme an einem speziell darauf ausgerichteten Aufbauseminar angeordnet. Durchgeführt wird dieses durch einen dafür zugelassenen Psychologen. Das Seminar klärt zu den Folgen von Drogen und Alkohol am Steuer auf. Ziel ist es, weitere Fahrten unter dem Einfluss berauschender Mittel zu unterbinden.

Bildnachweise:
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