Punkte in Flensburg verkaufen: Ist das legal?

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Wie Sie Punkte loswerden können

Klare Antwort: NEIN…oder zumindest JEIN. In der Zeit des anonymen Internets bewegen sich viele Rechtsthemen in zahlreichen Grauzonen. Das Rechtssystem ist in so manchem Punkt noch nicht an die modernen, technologischen Bedingungen angepasst. Den Behörden sind dann oftmals die Hände gebunden. So finden sich bis heute zahlreiche Anbieter, die den Punktehandel in Flensburg bewerben und anbieten, Punkte zu verkaufen bzw. zwischen Verkehrsünder und Käufer zu vermitteln. Auch die Vermittler verdienen dadurch eine Menge Geld.

Punktehandel: Wie läuft das ab?

Punkte verkaufen: Wenn ein Strohmann den Anhörungsbogen ausfüllt, ist es nicht automatisch legal.
Punkte verkaufen: Wenn ein Strohmann den Anhörungsbogen ausfüllt, ist es nicht automatisch legal.

So mancher Verkehrssünder, der seine kürzlich erworbene Sanktion doch noch abwenden möchte, sucht sich einen Sündenbock, dem er die Punkte in Flensburg verkaufen kann – inklusive einem möglichen Fahrverbot. In der Regel geht dieser Punktehandel nicht ohne finanzielle Gegenleistung vonstatten. Auch das Bußgeld muss in der Regel von dem eigentlichen Verkehrssünder getragen werden.

Der Kontakt für einen Punktehandel kann über einen Vermittler hergestellt werden, der dann selbst noch eine Gebühr erhebt. Der Handel kostest dann gut und gerne bis zu 1.000 Euro. Meistens jedoch finden sich Strohmänner im eigenen Bekanntenkreis oder in der Familie. Dabei ist nicht jedes Mal eine geldwerte Gegenleistung nötig. Der Strohmann füllt dann in der Regel den Anhörungsbogen aus und nimmt die Strafe auf die eigene Kappe.

Punkte übernehmen: Ist das strafbar?

Vor einigen Jahren startete die Staatsanwaltschaft den Versuch, gegen den illegalen Punktehandel im Internet vorzugehen. Das Problem war jedoch, dass gesetzlich kein Anhaltspunkt zu finden war. Die Selbstbezichtigung der Käufer, die Punkte übernehmen für Geld, ist nicht strafbar. Der Betrugsversuch durch die Verkäufer ist in der Regel nur selten nachzuweisen, da das Fahreignungsregister nicht öffentlich zugängig ist und somit auch von der Amtsanwaltschaft nicht ohne begründeten und ausreichenden Verdacht eingesehen werden kann.

Nichtsdestotrotz: Punkte zu verkaufen, kann strafrechtlich verfolgt werden.

Nach Paragraph 164 Strafgesetzbuch (StGB) macht sich der Verkäufer strafbar, wenn er im Anhörungsbogen eine andere Person der Tat bezichtigt. Tatbestand ist die Falschbeurkundung der Aussage, was als Betrugsversuch gewertet werden kann. Diesen Vorgang kann ein Gericht mit einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe ahnden. Der Nachweis, dass eine falsche Aussage getroffen wurde, ist dabei jedoch nicht immer leicht zu erbringen. In den meisten Fällen geschieht dies vor allem, wenn ein Blitzerfoto vorhanden ist und die Identität des eigentlichen Fahrers nachweisbar wird.

Der Punktehandel kann aber unter Umständen auch für den Käufer teuer werden: Kann diesem Strafvereitelung nachgewiesen werden durch das falsch abgelegte Zeugnis, können Gerichte auch dies mit einer hohen Strafe belegen.

Geblitzt? Flensburg-Punkte zu kaufen, ist strafrechtlich in der Regel nicht zu verfolgen. Aber: In Flensburg einzutragende Punkte zu verkaufen, kann im Rahmen von Ermittlungen aufgedeckt und bestraft werden.

Im Zweifelsfall können Polizisten bei Verdacht auch einen Hausbesuch vornehmen. Auch wenn keine Pflicht besteht, die Polizeibeamten hereinzulassen, kann hierdurch die wahre Identität des Verkehrssünders aufgedeckt werden.

Wem nach erneutem Verstoß der Führerscheinentzug droht, neigt schneller zum Punkteverkauf.
Wem nach erneutem Verstoß der Führerscheinentzug droht, neigt schneller zum Punkteverkauf.

Neben der ursprünglichen Strafe kämen dann gegebenenfalls noch Kosten aus dem zusätzlichen Ermittlungsverfahren hinzu.

Es ist dabei auch unerheblich, ob Sie die Punkte verkaufen wollten oder aber nur eine unentgeltliche Strafübernahme durch einen Verwandten oder Bekannten erfolgte.

Sie sollten sich also in keinem Falle darauf verlassen, dass die Polizei die Angaben im Anhörungsbogen ungefragt annimmt und keine Nachforschungen anstrengt. Im Zweifel verlieren Sie mehr als nur Ihren Führerschein: Ein Strafverfahren kann den Verkehrssünder viel Geld kosten und er muss dann gegebenenfalls zusätzlich auf Führerschein und Auto verzichten. Punkte zu verkaufen bleibt illegal.

Punkte übertragen: Ist das möglich?

Kann man Punkte in Flensburg legal abgeben? Nein. Allerdings können Sie bei bis zu fünf Punkten auf Ihrem Konto in Flensburg über die Teilnahme an einem Fahreignungsseminar einen Punkt alle fünf Jahre abbauen. Der Punkteabbau kostet jeweils etwas um die 400 Euro, ist damit also nicht wirklich günstiger als Punkte zu verkaufen, dafür aber in jedem Falle legal.

Wann Sie Ihre Punkte in Flensburg abbauen können:

Punkte auf dem Konto in FlensburgMaßnahme
1-3 PunkteVormerkung (keine weitere Benachrichtigung)
Punkteabbau möglich
4-5 PunkteErmahnung (gebührenpflichtig):
Empfehlung Seminarteilnahme
Punkteabbau möglich
6-7 PunkteVerwarnung (gebührenpflichtig)
Empfehlung Seminarteilnahme
kein Punkteabbau möglich
8 PunkteEntziehung der Fahrerlaubnis

Wenn Sie nicht auf den schnellen Punkteabbau angewiesen sind, können Sie auch die Verjährung der Punkte in Flensburg abwarten, die je nach Verstoß zwischen zweieinhalb und zehn Jahren liegt.

Die günstigste Variante: Wenn Sie sich an die Verkehrsregeln halten, müssen Sie sich nicht damit beschäftigen, Ihre Punkte zu verkaufen und können Ihren Führerschein behalten.

Bildnachweise:
Fotalia.com/matteo
Fotalia.com/Halfpoint

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