Vorsatz

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Was bedeutet vorsätzliches Handeln?

Vorsätzlichkeit bedeutet, bewusst und willentlich eine Straftat zu begehen.
Vorsätzlichkeit bedeutet, bewusst und willentlich eine Straftat zu begehen.
Wenn eine Person vorsätzlich handelt, dann ist sie sich absolut im Klaren über ihr Vorgehen, während sie eine Straftat begeht. Sie handelt aus freiem Willen.

Es geht beim Vorsatz also nicht nur um Wissen, sondern auch um Wollen. Die betroffene Person weiß, dass etwas verboten ist, tut es aber trotzdem, weil sie es möchte.

Auch das deutsche Zivilrecht befasst sich mit dem Thema Vorsatz (§ 276 BGB). Es geht um das Wollen und Wissen bei der Verwirklichung einer Tat, obwohl diese als rechtswidrig gilt.

An dieser Stelle kann beispielsweise eine vorsätzliche Trunkenheit im Verkehr genannt werden: Um dem Fahrer vorsätzliches Handeln vorwerfen zu können, muss er sich gewollt und bewusst hinters Steuer gesetzt haben, obwohl ihm klar war, dass er nicht mehr fahren sollte. Diese Fahruntauglichkeit muss dieser jedoch ohne weiter nachzudenken bereits vor dem Antritt der Fahrt in Kauf genommen haben.

Es existieren drei verschiedene Formen von Vorsatz:

  1. Absicht
  2. direkter Vorsatz
  3. bedingter Vorsatz

Die Unterschiede zwischen den Punkten direkter Vorsatz (dolus directus) und bedingter Vorsatz (dolus eventualis) sehen wie folgt aus: Ein direkter Vorsatz besteht, wenn der Täter einen Verstoß begeht und sich gleichzeitig bewusst ist, dass er sich falsch verhält. Dies tut er jedoch mit voller Absicht.

Ein bedingter Vorsatz folgt dieser Definition: Der Täter hält es zwar für möglich, eine Straftat erfolgreich begehen zu können, ist sich aber nicht hundertprozentig sicher. Die Tat begeht er trotzdem und nimmt etwaige weitere Folgen dadurch in Kauf. Bei diesem Eventualvorsatz muss stets beachtet werden, welche Komponente stärker war, das Wissen oder das Wollen.

Wenn sich der geplante Erfolg des Täters nicht direkt einstellt, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt und möglicherweise auch anders, als erwartet, so wird dem Täter allgemeiner Vorsatz vorgeworfen. Dies ist darin begründet, dass obwohl der Verlauf vielleicht anders geplant war, Wirkung und Ursache gleich bleiben.

Fahrlässigkeit und Vorsatz

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit.
Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit.
Ein gewisser Zusammenhang von Vorsatz und Fahrlässigkeit ist nicht von der Hand zu weisen. Dies liegt unter anderem daran, dass sie auch des Öfteren in identischen Gesetzen genannt werden, wie beispielsweise im Strafgesetzbuch (StGB) zum Thema vorsätzliches und fahrlässiges Handeln. Zu Vorsatz (§ 15 StGB) heißt es:

“Strafbar ist nur vorsätzliches Handeln, wenn nicht das Gesetz fahrlässiges Handeln ausdrücklich mit Strafe bedroht.“

Dies soll bedeuten, dass Vorsatz laut Definition im Strafrecht nur geahndet wird, wenn das Gesetz das Vergehen auch als vorsätzlich ansieht und dementsprechend bestraft. Sollte eine andere gesetzliche Bestimmung vorliegen, die besagt, dass das gleiche Vergehen auch fahrlässig geahndet werden kann, so muss differenziert werden, was auf die Tat zutrifft. Ein Beispiel für diese Situation wäre eine fahrlässige bzw. vorsätzliche Tötung.

Sollte der Täter nicht über einen gewissen Umstand informiert sein, während er die Tat begeht, dann wird dieses Wissen dem Vorsatz nicht angerechnet. Es muss jedoch bewiesen werden, dass eine Unwissenheit nicht zu vermeiden war. Diese Situation wird Tatbestandsirrtum genannt.

Wenn beispielsweise Person X etwas von Person Y stiehlt, würde es sich in der Regel um Vorsatz handeln. Dachte Person X jedoch, die Sache gehöre ihr, dann liegt ein Tatbestandsirrtum vor und kein Vorsatz. Auch grobe Fahrlässigkeit kann hier eine Ursache sein.

Obwohl sich die Definition von Vorsatz und Fahrlässigkeit um die innere Einstellung des Täters sowie das Wollen und Wissen der Verwirklichung einer Tat dreht, müssen die zwei Begriffe voneinander unterschieden werden.

Dieser Punkt bezieht sich auf die Absicht des Täters. Hat dieser ein Vergehen bewusst, absichtlich und mit einem gewissen Ziel vor Augen begangen, so handelt es sich um Vorsatz laut Strafrecht. Bei einer Fahrlässigkeit wird das Vergehen eher unüberlegt und nicht sorgfältig ausgeübt. Auch wenn diese Verletzung der Pflicht unbewusst geschah, so wird sie doch akzeptiert und hingenommen.

Vorsatz – Bedeutung für das Verkehrsrecht

Bei Vorsatz im Straßenverkehr kann das Bußgeld mal zwei genommen werden.
Bei Vorsatz im Straßenverkehr kann das Bußgeld mal zwei genommen werden.
Sollten Sie eine vorsätzliche Straftat im Straßenverkehr begangen haben, dann kann das eigentliche Bußgeld laut Bußgeldkatalog verdoppelt werden.

Die dort festgehaltenen Bußgelder sind lediglich für den Regelfall vorgesehen und können bei einer Tat, die mit Vorsatz begangen wurde, erhöht und der Schwere der Tat angepasst werden.

Gerade bei besonders schweren Straftaten kommt es zu Vorsätzlichkeit. Es müssen jedoch stets der jeweilige Einzelfall und die dazugehörigen Umstände betrachtet werden. Folgende Beispiele sollen diese Aussage verdeutlichen:

Einem Fahrer wird vorsätzliche Sachbeschädigung oder vorsätzliche leichte Körperverletzung vorgeworfen. Er hatte ein anderes Kfz mit Absicht von der Straße gedrängt, wobei der Fahrer des anderen Wagens im Straßengraben landete oder gegen einen Baum fuhr. Schlimmstenfalls wird dieser Vorsatz als vorsätzliche Tötung geahndet.

Auch Autofahrer, die einen Drängler zurechtweisen wollen, weil er sie zu einem schnelleren Fahren genötigt hat, handeln mit Vorsatz, wenn sie absichtlich stärker abbremsen. Damit nehmen sie einen Auffahrunfall, der eine vorsätzliche Sachbeschädigung oder gar Körperverletzung zur Folge haben könnte, billigend hin.

Doch auch Drängler machen sich strafbar: Eine Nötigung im Straßenverkehr wird als Straftat gewertet und kann mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden. Da im Strafgesetzbuch (StGB) kein eigener Paragraph für die Nötigung im Straßenverkehr existiert, muss auf § 240 StGB zurückgegriffen werden. Dort heißt es:

“Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Eine vorsätzliche Geschwindigkeitsüberschreitung liegt vor, wenn ein Kraftfahrer beispielsweise bei einem illegalen Straßenrennen mitmacht. Es ist ihm durchaus bewusst, dass er die Geschwindigkeit um ein Vielfaches überschreitet und dadurch die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet.

Ab 40 km/h zu schnell geht es in den meisten Fällen um Vorsatz, da die Geschwindigkeitsüberschreitung nicht mehr fahrlässig begangen wird, sondern bewusst.

Vorsätzliche Trunkenheit im Verkehr

Trunkenheitsfahrten sind keine Seltenheit.
Trunkenheitsfahrten sind keine Seltenheit.
Auch vorsätzliche Trunkenheit im Verkehr kommt immer wieder vor. Autofahrer, die unter Alkohol oder Drogen stehen und sich trotzdem mit voller Absicht hinters Steuer setzen, stellen eine Gefahr für den Straßenverkehr dar.

Viele sind der Ansicht, dass der Konsum von drei oder vier Bieren keinen Unterschied macht bzw. dass sie locker noch Auto fahren können.

Auch eine niedrige Promillezahl kann bereits die Konzentrations- und Redaktionsfähigkeit beeinflussen und vermindern.

Auch in dieser Situation kann ein Vorsatz vorliegen, denn wenn ein Fahrradfahrer nicht bemerkt oder einfach übersehen wird und es kommt zu einem Unfall, dann haben Sie eine vorsätzliche Körperverletzung oder Sachbeschädigung begangen.

Bildnachweise:
istockphoto.com/alphaspirit
istockphoto.com/Anoshkin
istockphoto.com/villiers
istockphoto.com/dehooks

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (56 Bewertungen, Durchschnitt: 4,80 von 5)
Loading...
Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

2 Gedanken zu „Vorsatz“

  1. Lassen wir ein Illegales Autorennen außen vor , wir befinden uns auf dem rechten Fahrstreifen einer BAB und Fahren aus unachtsamkein rechts schneller als Links.
    Bedingt durch den permanenten LinksVerkehr auf der Überholspur , auf dem sich der Verkehr durschnittlich bewegt und bald zur Stockung wird.Noch keine Staubildung aber ein Verkehrsablauf mit keinem vernünftigen Verkehrsfluss auf dem rechten Fahrstreifen.
    Plötzlich ist man rechts vorbei und erhält eine Anzeige wegen Nötigung im Straßenverkehr.

    1. Solange man rechts bleibt und sich nicht in die nächste Lücke quetscht, wenn links wieder läuft, ist es ein “Vorbeifahren” und kein “Überholen”. Wie in der Formel 1 : ohne Vorteil – kein unerlaubtes Überholen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.